Ärzte Zeitung online, 11.08.2010

Museum: Mehr Opfer durch Grenzregime als bekannt

BERLIN (dpa). An der innerdeutschen Grenze sind nach Recherchen des Berliner Mauermuseums mehr Menschen zu Tode gekommen als bislang bekannt. Zwischen 1945 und 1989 seien mindestens 1393 Männer und Frauen ums Leben gekommen, sagte Museumsleiterin Alexandra Hildebrandt am Mittwoch.

Das sind 46 Todesopfer mehr als das private Museum am Checkpoint Charlie noch vor einem Jahr aufgelistet hatte. Am Freitag (13. August) wird an den Bau der Berliner Mauer vor 49 Jahren erinnert.

Museumsleiterin Hildebrandt betonte, dass die Opferliste nach wie vor vorläufig sei. Die Recherchen gingen weiter. Neu auf der Liste ist unter anderem der Flüchtling Klaus Kühne, der am 20. März 1962 erschossen wurde, als er einen Nebenfluss der Elbe durchschwimmen wollte. Auch ein Hauptmann der Nationalen Volksarmee der DDR wird zu den Opfern gezählt. Er hatte wenige Stunden nach Beginn des Mauerbaus Selbstmord begangen.

Über die Anzahl der Grenztoten von 1945 und 1989 gibt es unterschiedliche Angaben. Die Zentrale Erfassungsstelle in Salzgitter zählt 872 Todesopfer, vorwiegend Flüchtlinge, aber auch Grenzsoldaten. Letztes Maueropfer in Berlin war Chris Gueffroy, der im Februar 1989, neun Monate vor dem Mauerfall, bei einem Fluchtversuch erschossen wurde.

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