Ärzte Zeitung online, 13.08.2010

Holland gegen FC Bayern - aber nicht auf dem Fußballplatz

FC Bayern München fordert Schadenersatz für verletzten Arjen Robben

MÜNCHEN (hub). Es begann alles mit einer Verletzung im letzten Testspiel der Niederlande gegen Ungarn am 6. Juni. Seitdem sorgt Rechtsaußen Arjen Robben für reichlich Zündstoff. Was auf den ersten Blick nach einem Medizinthema aussieht, ist mittlerweile zu einem handfesten Wirtschaftsthema geworden.

Holland gegen FC Bayern - aber nicht auf dem Fußballplatz

Trost für Arjen Robben nach dem verlorenen WM-Endspiel gegen Spanien - damals konnte der hochdotierte Fußballer noch spielen.

© dpa

"Es ist jetzt klar, dass der Spieler nicht an der WM hätte teilnehmen dürfen", sagte Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge in der "Süddeutschen Zeitung". Nach Aussage Rummenigges ist der FC Bayern München seit einigen Tagen im Besitz jener MRT-Aufnahmen, die der niederländische Fußballverband von Robben nur einen Tag nach dessen Verletzung im Ungarnspiel erstellen ließ. Nach Angaben von Bayern-Clubarzt Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt sei bereits auf diesen Aufnahmen genau jener Befund zu sehen, den der Orthopäde und Sportmediziner vor knapp zwei Wochen entdeckte - beim Routine-Check nach Robbens Urlaub: ein Muskelriss (wie berichteten).

"Die Verletzung war damals schon genau im selben Status", so Rummenigge in der SZ. Das ließe nur zwei Schlüsse zu: Die Ärzte hätten laienhaft gehandelt oder die Blessur - ein fünf Zentimeter großes Loch in der Oberschenkelmuskulatur - sei vorsätzlich verschwiegen worden. Rummenigge hob den finanziellen Schaden für seinen Verein hervor und erneuerte seine Forderung: Ziel seines Vereins sei es, für die Zeit der Verletzung die Gehaltszahlungen kompensiert zu bekommen.

Der Ausgang dieses Zoffs dürfte weitreichende Folgen haben. Schließlich war es der FC Bayern München, der vor langer Zeit beim Deutschen Fußballbund durchgesetzt hatte, dass die Vereine, die Nationalspieler abstellen, an den Einahmen des DFB beteiligt werden. Nun fordern die Bayern de facto, dass die nationalen Fußballverbände für finanzielle Schäden aufkommen, die den abstellenden Vereinen entstehen. Vielleicht ist das mit ein Grund, warum sich der DFB bisher komplett aus der Causa Robben heraus gehalten hat.

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