Ärzte Zeitung online, 17.08.2010

Giftige Quallen vor Spaniens Nordküste

MADRID (dpa). Vor der Nordküste Spaniens sind größere Mengen von giftiger Quallen gesichtet worden. Im Baskenland und in der Region Kantabrien wurden laut Berichten spanischer Medien Hunderte von Exemplaren der Portugiesischen Galeere (Physalia physalis) beobachtet.

Giftige Quallen vor Spaniens Nordküste

Der Wind macht es möglich und treibt die giftigen Quallen mitunter bis zum Strand: dank ihrer Gasblase treibt die Portugiesische Galeere auf dem Wasser.

© dpa

In der baskischen Metropole San Sebastián, nahe der französischen Grenze, und anderen Orten an der Atlantikküste sollen die lokalen Behörden Fischer dafür bezahlt haben, dass sie die Nesseltiere einfingen.

"Es werden etwa doppelt so viele Exemplare gefangen wie im vorigen Jahr", sagte ein Helfer des Roten Kreuzes der Zeitung "El País". Die Fischer in der Küstenstadt San Sebastián berichteten, sie hätten noch nie so viele Portugiesische Galeeren gesehen wie in diesem Sommer.

Die Nesseltiere können mit ihrem Gift auch Menschen gefährlich werden. Ihre bis zu 30 Meter langen Fangfäden lösen bei Berührung starke Schmerzen und Entzündungen aus. Bei kranken oder schwachen Menschen können unter Umständen sogar Atembeschwerden oder Herzstillstand die Folge sein.

Die Portugiesische Galeere kommt vor allem im Pazifik, aber auch in Teilen des Atlantiks vor. Sie verdankt ihren Namen einer Gasblase, die sie über Wasser hält und einem Segel ähnelt.

Nach Angaben des Madrider Umweltministeriums traten in diesem Sommer an der Atlantikküste bisher mehr Quallen auf als normal, an den spanischen Mittelmeerstränden dagegen weniger. An der Costa Blanca in Ostspanien hatte es Anfang der Woche eine Quallenplage gegeben. Das Ausmaß sei aber nicht mit den Plagen vergangener Jahre vergleichbar gewesen, hieß es.

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