Ärzte Zeitung online, 24.08.2010

Michael Jacksons Arzt erst im Januar vor Gericht

LOS ANGELES (dpa). Aufschub für Michael Jacksons früheren Leibarzt: Der wegen fahrlässiger Tötung angeklagte Kardiologe Dr. Conrad Murray (57) muss frühestens ab Januar nächsten Jahres mit einem Prozess rechnen. Ein Richter in Los Angeles setzte am Montagnachmittag (Ortszeit) den 4. Januar für eine weitere Anhörung fest, berichtete der Internetdienst Tmz.com.

Rechtsexperten hatten erwartet, dass Murray bereits im Herbst vor Gericht erscheinen müsse.

Wie schon bei früheren Gerichtsterminen waren Jacksons Eltern, Katherine und Joe, auch zu der Anhörung am Montag erschienen. Richter Michael Pastor beraumte einen weiteren Termin für Ende Oktober an. Murray war im Februar angeklagt worden, er ist gegen eine Kaution von 75 000 Dollar auf freiem Fuß.

Der Kardiologe soll dem Popstar nach einer schlaflosen Nacht am Morgen des 25. Juni 2009 erst Beruhigungs- und Schlafpillen gegeben und dann ein Narkosemittel gespritzt haben. Das zur Betäubung bei Operationen eingesetzte Propofol führte nach dem Befund der Gerichtsmediziner zu Jacksons Tod. Der Künstler war 50 Jahre alt und wollte wenige Tage später ein Comeback und seinen Abschied mit der "This Is It"-Tournee feiern.

Bei der Anhörung im Januar, die sich über mehrere Wochen hinziehen könnte, wird die Staatsanwaltschaft Beweismittel vorlegen. Der Richter muss dann entscheiden, ob die Beweislast für ein Verfahren gegen Murray tatsächlich ausreicht. Der Arzt hat sich an Jacksons Herzversagen für "nicht schuldig" erklärt. Im Falle eines Prozesses mit einem Schuldspruch drohen im vier Jahre Haft.

Bericht von Tmz.com

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Verändern schon wenige Joints das Gehirn?

Bei Jugendlichen, die nur ein bis zwei Mal Cannabis geraucht haben, sind Hirnveränderungen entdeckt worden. Diese könnten eine Angststörung oder Sucht begünstigen. mehr »

Bessere TSVG-Regelungen in Sicht?

Die großen Brocken wie die Aufstockung der Mindestsprechstundenzahl will Gesundheitsminister Jens Spahn nicht anfassen. Eine Nummer kleiner können die Ärzte aber wohl mit Änderungen am TSVG rechnen. mehr »

Daran starb Karl der Große

Karl der Große führte Kriege quer über den Kontinent. Sein großes Reich erstreckte sich von der Elbe bis Spanien. Am Ende könnte eine Lungenentzündung den mächtigsten Mann des Mittelalters niedergestreckt haben, mehr »