Ärzte Zeitung online, 24.08.2010
 

Kongo: Rebellen vergewaltigen massenhaft Frauen

NAIROBI/GOMA (dpa). Im Kongo sind bei einem Rebellenüberfall im Osten des Landes mehr als 150 Frauen vergewaltigt worden.

Die ruandische Hutu-Rebellengruppe "Demokratische Kräfte zur Befreiung Ruandas" (FDLR) habe am 30. Juli die Stadt Luvungi besetzt und in einer viertägigen Vergewaltigungsorgie zahlreiche Frauen misshandelt, teilte die Hilfsorganisation International Medical Corps (IMC) mit.

"Fast alle berichteten Vergewaltigungen wurden von zwei bis sechs bewaffneten Männern begangen, oft spielten sich die Gewalttaten vor den Augen der Kinder und Männer der Frauen ab", teilte das IMC mit.

Eine große Anzahl der Frauen sei vor den Vergewaltigungen geschlagen worden, und einigen der Opfer seien die Kinder aus den Armen gerissen worden. Die Verbrechen ereigneten sich nur 30 Kilometer von einem Stützpunkt der UN-Friedenstruppen entfernt.

Nach Angaben der Sprecherin des Büros der Vereinten Nationen (UN) für humanitäre Angelegenheiten, Stefania Trassari, kommen Vergewaltigungen in der Demokratischen Republik leider häufig vor - aber eine derartige Massenvergewaltigung sei unüblich.

Der Kongo wurde von 1998 bis 2003 von einem brutalen Bürgerkrieg erschüttert, damals und in den bis heute andauernden regionalen Konflikten kamen schätzungsweise 5,4 Millionen Menschen ums Leben.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Inhalatives Steroid bei Kindern – Keine falsche Zurückhaltung!

Die Angst vor Frakturen sollte bei asthmakranken Kindern kein Grund gegen die Kortisoninhalation sein. Zurückhaltung könnte sogar den gegenteiligen Effekt haben. mehr »

Ibuprofen plus Paracetamol so effektiv wie Opioide

Es müssen keine Opioide sein: OTC-Analgetika wirken bei Schmerzen in den Gliedmaßen ähnlich gut wie Opioide, so eine US-Studie. mehr »

Steigender Drogenkonsum bereitet Sorgen

Der Cannabiskonsum wird unter Jugendlichen langsam aber stetig populärer. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung fordert einen massiven Ausbau der Präventionsangebote. mehr »