Ärzte Zeitung online, 24.08.2010

Weitere Misshandlungsvorwürfe gegen kirchliche Stiftung

DÜSSELDORF (dpa). Bei der zur Diakonie Rheinland gehörenden Graf-Recke-Stiftung sind weitere Vorwürfe der Kindesmisshandlung bekanntgeworden. Ein Erzieher in einem inzwischen aufgelösten Heim im Düsseldorfer Norden soll in den 1980er Jahren Kinder geschlagen und erniedrigt haben.

Stiftungssprecher Roelf Bleeker-Dohmen bestätigte am Dienstag, dass sich ein ehemaliges Heimkind bei der Stiftung beschwert habe. Nach Medienberichten sollen sich aber sogar sieben ehemalige Schutzbefohlene des Erziehers beschwert haben.

Bereits seit Monaten ermittelt die Staatsanwaltschaft Düsseldorf gegen 17 ehemalige Mitarbeiter der Educon, eines Tochterunternehmens der Recke-Stiftung. Sie sollen von 2007 bis 2009 in einer Wohngruppe in Hilden bei Düsseldorf autistische und verhaltensauffällige Kinder mit umstrittenen Therapie-Methoden gequält haben.

Derzeit werde noch umfangreiches Videomaterial zu dem Fall ausgewertet, sagte der Düsseldorfer Staatsanwalt Johannes Mocken auf Anfrage. Erst danach werde die Behörde mit den Vernehmungen beginnen.

Der jetzt bekanntgewordene Fall aus dem Düsseldorfer Norden ist juristisch bereits verjährt, das Heim wurde in den 1990er Jahren aufgelöst. Die Recke-Stiftung unterstütze aber die Aufarbeitung von Verdachtsfällen und sei bereit, sich am Entschädigungsfonds für misshandelte Heimkinder zu beteiligen, den der Runde Tisch der Bundesregierung vorgeschlagen habe, sagte Bleeker-Dohmen. Die Graf-Recke-Stiftung ist eine der ältesten diakonischen Einrichtungen Deutschlands.

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