Ärzte Zeitung online, 27.08.2010

Stiftung Warentest: Mangelnde Aufklärung bei Brustvergrößerung

BERLIN (ddp). Die medizinische Beratung im Vorfeld einer Brustvergrößerung ist fast immer "lückenhaft", wie die Stiftung Warentest mitteilt. Wie eine Untersuchung der Stiftung zeige, hapere es vor allem bei der Aufklärung über mögliche Komplikationen und Risiken der Operation.

Geprüft wurden vier Brustzentren von öffentlichen Krankenhäusern und drei privaten Klinikverbänden.

Von den sieben Einrichtungen habe als einzige das Interdisziplinäre Brustzentrum Charité Berlin die Patientinnen "umfassend" beraten. In bestimmten Fällen habe die Charité den Interessentinnen zum Beispiel empfohlen, den Eingriff noch einmal zu überdenken oder ihnen sogar von einer Operation abgeraten. Bei allen anderen Einrichtungen war die Beratung "lückenhaft".

Dabei ist eine Beratung der Patienten gerade bei einer Operation wie einer Brustvergrößerung, die nur aus ästhetischen Gründen erfolgt, besonders wichtig. Bei den drei getesteten privaten, überregional tätigen Schönheitskliniken seien jeweils mindestens einer Patientin deutlich zu große Implantate empfohlen worden.

Punkten konnten die privaten Anbieter dagegen im Vergleich zu den öffentlichen Krankenhäusern bei Vorabinformation und Service, das heißt zum Beispiel bei Informationsmaterialien und Termintreue. Fragen, die der Patientenorientierung dienen, seien von keinem Anbieter vorbildlich beantwortet worden. So war die Aufklärung über die Qualifikation des Arztes, die erwarteten Kosten und den Ablauf "weniger ausgeprägt" bis "gering".

Der ausführliche Test Brustvergrößerung ist in der September-Ausgabe der Zeitschrift test und online unter test.de veröffentlicht.

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