Ärzte Zeitung online, 02.09.2010

Studie: Bio-Erdbeeren nahrhafter und besser für Boden

SAN FRANCISCO (dpa). US-Forscher geben Bio-Erdbeeren gute Noten: Bei einem Vergleich von konventionell und organisch angebauten Früchten in den USA waren die Bio-Früchte nahrhafter und hinterließen den Boden gesünder zurück.

Bei einer Sorte habe die Öko-Frucht im Test sogar süßer und somit besser geschmeckt als die konventionell angebaute, während bei zwei weiteren Sorten kein Geschmacksunterschied zwischen Bio und Chemie festzustellen war.

Das Team um John Reganold von der Washington State Universität untersuchte die Erdbeeren auf 26 Feldern in Kalifornien. In dem Westküstenstaat wird mehr als ein Viertel der weltweiten Erdbeerernte angebaut, schreiben Reganold und Kollegen. Etwa fünf Prozent davon stammen von organisch bewirtschafteten Ackerflächen.

Die Hälfte der untersuchten Felder wurde organisch bestellt, die andere konventionell, auch unter dem Einsatz von Methylbromid. Dieses Pestizid gilt als schädigend für die Ozonschicht und steht unter Verdacht, Krebs zu erregen. Die Forscher nahmen bereits in den Jahren 2004 und 2005 drei Sorten Erdbeeren unter die Lupe.

Nach Auskunft des Teams hielten sich die Bio-Erdbeeren im Regal länger frisch, waren aber deutlich kleiner als konventionell angebaute Vergleichs-Früchte (PloS One). Sie enthielten aber mehr Trockenmasse sowie mehr Antioxidantien wie Phenole und Ascorbinsäure, was die Wissenschaftler als nahrhafter bezeichnen. Allerdings war in den organisch angebauten Beeren weniger Kalium enthalten.

 Auch Proben der Ackerflächen analysierten die Wissenschaftler im Labor. In dem organischen Boden war demnach mehr Kohlen- und Stickstoff zu finden, was als fruchtbar für den Anbau von Nahrungsmitteln gilt. Auch in einer Reihe anderer Eigenschaften habe der Bio-Boden den konventionell beackerten ausgestochen.

Bei Genanalysen habe sich herausgestellt, dass bei Ersterem deutlich mehr und vielfältigere aktive mikrobielle Gene vorhanden waren, was als Maßstab für einen widerstandsfähigen Boden gelte.

Zum Abstract der Studie (schaltet PloS One am Donnerstag frei)

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