Ärzte Zeitung online, 01.09.2010

Deutscher liegt seit zehn Monaten in Thailand im Koma

BERLIN/BANGKOK (dpa). Ein 39 Jahre alter Deutscher liegt seit mehr als zehn Monaten in einem thailändischen Krankenhaus im Koma. Fast 63 000 Dollar (etwa 50 000 Euro) hat die Klinik bereits für die Behandlung ausgegeben. Vergeblich versuchte das Hospital mit Hilfe der deutschen Botschaft, Angehörige ausfindig zu machen, die bereit sind, den aus Bamberg stammenden Mann nach Hause zu holen

Das Krankenhaus ist in Hat Yai, etwa 700 Kilometer südlich von Bangkok. Ein Vertreter der deutschen Botschaft sagte: "Wir können bestätigen, dass es sich nicht um einen Scherz handelt."

Der Mann war am 25. Oktober vergangenen Jahres in das Hospital gebracht worden, nachdem er sich am Flughafen der Stadt am Kopf verletzt hatte und ins Koma gefallen war. "Wir haben ihn die vergangenen zehn Monate unentgeltlich behandelt und nun kommt er allmählich aus dem Koma, obwohl er noch nicht sprechen kann", sagte Sukanya Panthomrawee, Leiterin der Klinikabteilung für Rechte und Ansprüche von Patienten. "Wir fordern das Geld nicht zurück. An dieser Klinik gewähren wir oft auch kostenlose Behandlung zum Beispiel für Arbeiter aus Birma, die kein Geld haben."

Das Krankenhaus habe in dieser Woche einen Hilfsfonds eingerichtet, um Spenden für den deutschen Patienten zu sammeln. Auf diese Art und Weise sollten etwa 12 500 Dollar zusammenkommen, um Flugtickets für den 39-Jährigen, begleitende Ärzte und Krankenschwestern nach Deutschland bezahlen zu können. Bislang seien nur etwa 625 Euro zusammenkommen, sagte Sukanya Panthomrawee.

Nach Auskunft der Polizei von Hat Yai hatte der Deutsche ein Ticket für den Flug von Hat Yai nach Bangkok gekauft, datiert für den 26. Oktober 2009. Der Mann sei bereits einen Tag vor dem Abflug zum Airport gekommen. "Er hatte Verletzungen von Messerstichen an Armen und am Hals, die anscheinend von Selbstverstümmelungen stammten", sagte ein Polizist der Nachrichtenagentur dpa.

Der Mann habe in die Abflughalle gewollt, aber ihm sei gesagt worden, er solle einen Tag später wiederzukommen. Daraufhin sei er eine Treppe hochgegangen und habe versucht, in die Abflughalle zu springen - dabei habe er sich am Kopf verletzt. Vor dem Unfall hatte sich der Deutsche den Angaben zufolge in Songkhla, einem Badeort in der Nähe von Hat Yai, aufgehalten.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Hüpfen und Einbeinstand halten fit

Hüpfen, Treppensteigen oder auf einem Bein Zähneputzen: Mit bewussten, einfachen Übungen können alte Menschen ihre Beweglichkeit erhöhen und die Sturzgefahr senken. mehr »

Gala mit Herz und Verstand

Mit einer festlichen Gala hat Springer Medizin pharmakologische Innovationen und ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet. Die Preisträger vermittelten Hoffnung auf Heilung und auf Hilfe, hieß es am Donnerstagabend. mehr »

Das sind die Gewinner des Galenus-von Pergamon-Preises 2017

Mit dem Galenus-von-Pergamon-Preis, der auch international große Anerkennung findet, wurden erneut Exzellenz in der deutschen pharmakologischen Grundlagenforschung und die Entwicklung innovativer Arzneimittel gekürt. mehr »