Ärzte Zeitung online, 02.09.2010

Rettungsaktion für Bergarbeiter in Chile unterbrochen

SANTIAGO DE CHILE (dpa). Die Bohrung eines Rettungsschachtes für die 33 in einem chilenischen Bergwerk eingeschlossenen Kumpel ist am Mittwoch (Ortszeit) bei einer Tiefe von nur etwas mehr als 20 Metern unterbrochen worden. Grund seien Unregelmäßigkeiten im bisher durchbohrten Gestein, hieß es.

Der leitende Ingenieur André Sougarret betonte jedoch, dies sei während der ersten 100 Meter normal und erwartet worden. "Wir werden das tun, was wir festgelegt haben, und die Innenwände (des Bohrlochs) mit Zement verschließen und die Bohrung dann wieder aufnehmen", sagte er. Wann genau das sein werde, ließ er offen. Der Zeitrahmen von drei bis vier Monaten für die Bohrung des Rettungsschachtes ändere sich durch die Unterbrechung aber nicht.

Bis die in 700 Metern Tiefe Eingeschlossenen irgendwann möglichst noch vor Weihnachten durch den Schacht gerettet werden können, sollen sie durch ein striktes Beschäftigungsprogramm körperlich und geistig fit gehalten werden. Auf einem am Vortag veröffentlichten Video waren sie bei guter Gesundheit und Laune zu sehen.

Nahrung, Wasser, Medikamente, Kleidung, elektronische Spiele und Nachrichten ihrer Angehörigen erhalten sie durch enge Versorgungsröhren. Auch ihren Humor haben sie nach vier Wochen unter Tage noch nicht verloren.

An diesem Donnerstag soll zudem ein zweiter Bohrer bei der Mine San José in der Atacama-Wüste eintreffen. Er soll einen zweiten Rettungsschacht bohren, durch den man nach Hoffnung der Rettungsexperten eventuell schon früher zu den Verschütteten vordringen könnte.

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