Ärzte Zeitung online, 09.09.2010

Neue Zahlen: Europäer sind Ehemuffel

LUXEMBURG (dpa). Die Europäer werden immer mehr zu Ehemuffeln: 2008 ist die Zahl der Hochzeiten in den 27 EU-Mitgliedsstaaten auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Statistik im Jahr 1964 gesunken. Auf tausend Einwohner meldeten die Standesämter nur noch 4,9 Eheschließungen, teilt die europäische Statistikbehörde Eurostat am Donnerstag in ihrem Jahrbuch in Luxemburg mit. Im Jahr 1990 waren es noch 6,3 Ehen gewesen.

In Deutschland ist der Trauschein noch unbeliebter als im EU-Durchschnitt, dort wurden bloß 4,6 Hochzeiten auf tausend Einwohner gezählt. Am häufigsten trauen sich Paare in Zypern und Litauen vor den Traualtar, am seltensten in Slowenien und Bulgarien. Immer häufiger lassen sich die Europäer hingegen scheiden. Auf tausend Einwohner kommen inzwischen zwei Scheidungen. Hier liegt Deutschland über dem Schnitt mit 2,3.

Wegen der Ehemüdigkeit der Europäer kommen immer mehr Kinder außerehelich auf die Welt. Der Anteil dieser Geburten hat sich in den 27 Staaten in den letzten zwanzig Jahren verdoppelt und beträgt inzwischen 35,1 Prozent, meldeten die Statistiker. In Deutschland wird fast jedes dritte Kind von einer unverheirateten Mutter auf die Welt gebracht. Am höchsten ist der Anteil in Estland (59 Prozent), am niedrigsten in Griechenland (5,9 Prozent).

Pressemitteilung von Eurostat (PDF)

Europa in Zahlen - Eurostat Jahrbuch 2010

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