Ärzte Zeitung online, 13.09.2010

In Chile eingeschlossene Bergarbeiter dürfen jetzt auch rauchen

SANTIAGO DE CHILE (dpa). Die seit mehr als einem Monat in einer chilenischen Kupfer- und Goldmine eingeschlossenen Bergleute dürfen jetzt auch rauchen. Die bessere Belüftung des Stollens, in dem die 33 Kumpel in 700 Meter Tiefe fest sitzen, habe dies möglich gemacht, berichtete die Zeitung "El Mercurio" am Sonntag unter Berufung auf die Behörden.

Pro Tag würden zwei Packungen Zigaretten in die Tiefe geschickt. Zuvor waren die Raucher unter den Verschütteten mit Nikotinpflastern versorgt worden, die aber nicht halfen.

Unterdessen hielten die technischen Probleme mit der zweiten Bohrung an. Den Technikern sei es bisher noch nicht gelungen, einen im Bohrloch abgebrochenen Teil des Bohrkopfes des Geräts vom Typ Schramm T-130 an die Oberfläche zu holen. Die erste, vor knapp zwei Wochen begonnene Bohrung eines Rettungsschachtes wurde für Wartungsarbeiten unterbrochen. Dieser Bohrer vom Typ Strata 950 ist bisher bis in eine Tiefe von 212 Meter vorgestoßen.

Ein dritter, wesentlich größerer Bohrer soll in etwa zwei Wochen aufgebaut und einsatzbereit sein. Die Behörden gingen weiter davon aus, dass die Kumpel noch Monate aushalten müssen, bevor sie durch einen der Rettungsschächte an die Oberfläche gezogen werden können.

Nach dem Diebstahl von wichtigem Bohrgerät gab es weiter keine Spur von den Tätern. Die entwendeten Metallteile wogen jeweils etwa 150 Kilogramm und waren zusammen etwa 60 Millionen Pesos (100 000 Euro) wert.

Den seit dem 5. August Verschütteten ging es den Umständen entsprechend weiter gut. Sie werden durch insgesamt drei enge Röhren mit Nahrung, Wasser, Medikamenten, Kleidung und Nachrichten ihrer Angehörigen versorgt.

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