Ärzte Zeitung online, 15.09.2010

Paris will ruandischen Arzt nicht ausliefern

PARIS (dpa). Ein französisches Gericht hat die Auslieferung eines ruandischen Arztes abgelehnt, der wegen mutmaßlicher Beteiligung am Völkermord in seiner Heimat steckbrieflich gesucht wird.

Das Berufungsgericht in Versailles ordnete am Mittwoch zudem die sofortige Freilassung des 51-Jährigen an, der im Mai bei einer Trauerfreier bei Paris festgenommen worden war. Grundlage dafür war ein internationaler Haftbefehl Ruandas aus dem Jahre 2007. Nach Angaben seines Anwalts hatte das Gericht argumentiert, dass der Mediziner in seiner Heimat kein faires Verfahren zu erwarten habe.

Der Arzt steht im Verdacht, an der Planung der Tutsi-Massaker in Ruanda 1994 beteiligt gewesen zu sein. Rund 800 000 Menschen waren damals ums Leben gekommen. In Frankreich haben die Behörden 2008 ein eigenes Ermittlungsverfahren wegen Völkermords und anderer Delikte gegen den Arzt eingeleitet.

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