Ärzte Zeitung online, 17.09.2010

Gullydeckel auf Loveparade offenbar Stolperfalle

DÜSSELDORF/KÖLN (dpa). Ein nur provisorisch gesicherter Gully im Unglücksbereich des Duisburger Loveparade-Geländes könnte für die Menschen dort eine schlimme Stolperfalle gewesen sein. Der defekte Gullydeckel sei nur notdürftig abgedeckt worden, hieß es am Freitag in einem Vorabbericht des WDR-Fernsehens.

In dem Bereich kamen mehrere Menschen zu Tode. Eine Zeugin sagte dem "Kölner Express", sie sei an dem aus dem Boden ragenden Gully gestürzt. Sie habe sich aber wieder aufrappeln und an einer Freundin festhalten können. Das habe ihr das Leben gerettet.

Zwischen einem Tunnel und dem Zugang zum Loveparade-Gelände war es am Nachmittag des 24. Juli zu einer Massenpanik gekommen. Zahlreiche junge Menschen wurden zu Tode getrampelt und gequetscht. Die Staatsanwaltschaft Duisburg ermittelt wegen fahrlässiger Tötung gegen unbekannt.

Nach Informationen des WDR wollen die Ermittler nun prüfen, ob der offenbar schlampig abgesicherte Gullydeckel Mitauslöser für die zahlreichen Todesfälle war. Ob der Gully bereits Gegenstand von Ermittlungen ist, sagte Staatsanwaltschaftssprecher Rolf Haferkamp nicht.

Im Rahmen der Tatortaufnahmen sei alles Wichtige aufgenommen worden. Wenn der Gully eine Rolle gespielt haben könnte, werde das untersucht, sagte er der dpa.

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