Ärzte Zeitung online, 20.09.2010

Hotline für kirchliche Missbrauchsopfer viel genutzt

FULDA (dpa). Tausende Hilfesuchende haben sich in den vergangenen Monaten an die Hotline für Missbrauchsopfer in der katholischen Kirche gewendet. Von Ende März bis Mitte September seien exakt 3149 Anrufe entgegengenommen worden. Dies teilte die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa am Montag mit.

Allerdings wurden die Berater von der Flut der Anfragen überrollt. Es gab den Angaben zufolge etwas mehr als 23 000 Anrufversuche. "Gerade am Anfang war die Hotline stark frequentiert", sagte eine DBK-Sprecherin. Dass die extra eingerichtete Hotline genutzt wurde, sei natürlich erfreulich, sagte sie. Andererseits sei es traurig, dass es so viel Bedarf gegeben habe. Die Zahl der Hotline-Beratungen nahm im Sommer deutlich ab. Denn bereits nach rund einem Monat waren mehr als 1500 Gespräche geführt worden.

Neben den Anrufen wurden Missbrauchsopfern auch Online-Beratungen angeboten. Davon seien knapp 200 registriert worden. Pro Fall gab es einen Schriftwechsel mit sechs Mails im Durchschnitt.

Nach dem monatelangen Skandal um sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche kommen die deutschen Bischöfe am heutigen Montag in Fulda zu ihrer traditionellen Herbst-Vollversammlung zusammen. Die 67 Bischöfe und Weihbischöfe aus den 27 Diözesen wollen sich weiter beraten und Präventionsmaßnahmen präsentieren.

Topics
Schlagworte
Panorama (30940)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Drastisch veränderte Mundflora bei Krebs

Beim Plattenepithelkarzinom der Mundhöhle ist die Zusammensetzung des oralen Keimwelt im Vergleich zu Gesunden drastisch verschoben. mehr »

So wird Insulin für Diabetiker produziert

Hinter den Toren des Industrieparks Höchst bieten sich faszinierende Einblicke in die Welt der Hochleistungs-Biotechnologie: Milliarden von E.coli-Bakterien produzieren hier das für Diabetiker überlebenswichtige Insulin. mehr »

Angst vor Epidemien in Lagern

Nach ihrer dramatischen Flucht aus Myanmar suchen über eine halbe Million Rohingya Schutz in Bangladesch. Die Lage in den eilig aufgeschlagenen Lagern ist desolat. mehr »