Ärzte Zeitung online, 23.09.2010

Finderlohn für "Ötzi" - Rechtsstreit beendet

NÜRNBERG/BOZEN (dpa). Rund 5000 Jahre lag die Gletschermumie "Ötzi" im ewigen Eis - und 19 Jahre dauerte das juristische Tauziehen um den Finderlohn. Nun hat die Landesregierung von Südtirol der Familie des verstorbenen "Ötzi"-Entdeckers Helmut Simon aus Nürnberg 175 000 Euro überwiesen, wie deren Anwalt Georg J. Rudolph am Donnerstag mitteilte.

Am 19. September 1991 hatte Simon bei einer Wanderung am Hauslabjoch in 3210 Metern Höhe die Gletschermumie entdeckt. Nach Ansicht von Rechtsanwalt Rudolph hat das Land Südtirol enorm von diesem Sensationsfund profitiert, schließlich sei die Mumie für die Forschung sehr bedeutend und habe zudem den Tourismus in der Region angekurbelt. Es sei sogar eigens ein Museum für "Ötzi" entstanden.

Ursprünglich wollte Südtirol den Nürnberger Urlaubern nur 50 000 Euro Finderlohn zahlen. Auch zwei langjährige Prozesse brachten kein Ergebnis. Der Finderlohn geht nun an Simons Witwe und seine Söhne. Die Familie und das Land Südtirol einigten sich auf einen Vergleich: Simon wird vom Land offiziell als "Ötzi"-Finder anerkannt, die Erben erhalten 175 000 Euro und verzichten auf weitere Forderungen.

Topics
Schlagworte
Panorama (30881)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Mütter stellen früh die Weichen für Babys Gesundheit

Dicke Mutter = dickes Baby: Diese Gleichung geht oft auf - leider. Ernährungs-Experten tauschen sich daher auf einem Kongress über den frühen Einfluss der mütterlichen Ernährung u.a. auf das Diabetesrisiko des Kindes aus und geben Tipps. mehr »

Würden Ärzte Gröhe wählen?

In einer großen Umfrage fragten wir Ärzte: "Wenn der Bundesgesundheitsminister direkt vom Volk gewählt werden könnte, wen würden Sie wählen?" Lesen Sie hier die Antwort. mehr »

Bei Dauerschmerz leidet auch das Gedächtnis

Wird der Geist träger, geht das zulasten von Lebensqualität und Unabhängigkeit. Eine US-Studie hat den Einfluss anhaltender Schmerzen auf Kognition und Demenzrisiko untersucht. mehr »