Ärzte Zeitung online, 06.10.2010

Grüne gegen Arzneistoffe in Lebensmitteln

BERLIN (dpa). Die Grünen im Bundestag warnen vor immer mehr Arzneistoffen in Lebensmitteln. "Auf keinen Fall darf es dazu kommen, dass sich Lebensmittel ausbreiten, die mit arzneilichen Stoffen angereichert sind und bei verstärktem Verzehr gesundheitsschädigende Wirkung haben können", teilte Grünen-Verbraucherpolitikerin Ulrike Höfken am Mittwoch in Berlin mit.

Es gebe Signale der Lebensmittelindustrie, verstärkt in Arzneistoffe zu investieren. Die Bundesregierung solle Höchstmengen festlegen, forderte Höfken.

Die in der EU geplanten schärferen Regeln für Nährwertangaben hält die Grünen-Fraktion für zu lasch. Damit seien Gesundheitsaussagen für Lebensmittel möglich, die für eine ausgewogene Ernährung nicht förderlich seien. Die Lebensmittelindustrie moniert die EU-Pläne, weil sie zu viel Bürokratie befürchtet, berichtete der Bundestags-Pressedienst nach einer Anhörung im Verbraucherausschuss.

Der Branchenverband BLL erklärte, es gebe bereits absolute Transparenz bei Lebensmitteln, "weil schon jetzt draufsteht, was drinsteckt".

Die Health-Claims-Verordnung der EU regelt, wie Lebensmittel gekennzeichnet sein sollen und wann sie als gesund bezeichnet werden dürfen. Ein Lebensmittel darf zum Beispiel nicht als gesund beworben werden, wenn dies nicht nachweisbar ist oder zu viel Zucker oder Salz darin enthalten ist.

Der Bundesgerichtshof hatte im Juli den Vertrieb eines Erfrischungsgetränks mit Ginkgo-Zusatz als Lebensmittel verboten. Der Ginkgo-Pflanze wird heilende Wirkung zugeschrieben.

Verbraucherministerium zu Nährwertinfos

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