Ärzte Zeitung online, 08.10.2010

Rettungsbohrung in Chile: Durchbruch am Samstag möglich

SANTIAGO DE CHILE (dpa). In der San-José-Mine in Chiles Atacama-Wüste könnte der Rettungsbohrer möglicherweise am Samstag den Durchbruch zu einem Werkstattraum in der Nähe der verschütteten 33 Bergleute schaffen. Bergbauminister Laurence Golborne sagte, er hoffe, der Bohrer erreiche wie geplant am Wochenende den in rund 630 Meter Tiefe liegenden Raum, zu dem die Kumpel Zugang haben.

Wenn die Bohrung wie vorgesehen verlaufe, könnte dies vermutlich am Samstag geschehen. Nach dem Durchbruch müssen die Rettungsteams entscheiden, ob sie aus Sicherheitsgründen Stahlröhren in den Schacht einlassen.

Dies sei eine "technische Entscheidung", betonte Golborne. Davon hängt entscheidend der Beginn der letzten Etappe der Rettungsaktion ab. Werden Stahlröhren nötig, könnte dies eine Verzögerung von bis zu acht Tagen bringen. Muss der Schacht nicht oder nur teilweise verstärkt werden, rechnete Golborne mit einem Beginn in nur etwa zwei oder drei Tagen. Bevor die Entscheidung getroffen wird, wird der Schacht sorgfältig mit Kameras untersucht. "Deshalb gibt es noch kein konkretes Datum für die Rettung."

Für die Aktion, die die Rettung der seit mehr als zwei Monaten in rund 700 Meter Tiefe festsitzenden Kumpel bringen soll, liefen auf dem Minengelände am Donnerstag die letzten Vorbereitungen. Ein Lazarett war fast fertig, und fünf Hubschrauber für den Transport der Bergleute in ein Krankenhaus in der Stadt Copiapó standen bereit.

Am Wochenende werden in der rund 800 Kilometer nördlich der Hauptstadt Santiago gelegenen Mine bis zu 2000 Journalisten und Medienmitarbeiter aus aller Welt erwartet.

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