Ärzte Zeitung online, 08.10.2010

Schlammlawine aus Bauxitwerk in Donauwasser aufgelöst

BUDAPEST (dpa). Der laugenhaltige Schlamm aus einem Bauxitwerk in Westungarn hat sich im Wasser der Donau so stark verteilt, dass er kurzfristig kaum mehr eine Gefahr darstellt. In der Stadt Györ wurde am Freitagmorgen an der Einmündung der Raab in die Moson-Donau ein ph-Wert von 8,4, im Ort Gönyü an der Einmündung des Moson-Seitenarms in den Hauptarm der Donau ein ph-Wert von 8,3 gemessen, gab das Umweltamt in Györ bekannt.

Neutrale Lösungen haben einen pH-Wert von 7,0, Werte bis 8,5 und gelten in Gewässern als unbedenklich.

Der Schlamm hatte sich am Montag nach dem Bruch eines Damms aus einem Bauxitwerk über fünf Ortschaften in Westungarn ergossen. Insgesamt waren rund 40 Quadratkilometer Land betroffen.

In Kolontar waren vier Menschen getötet und rund 150 verletzt worden, als das Speicherbecken der Aluminiumhütte MAL AG barst und der Schlamm ausfloss. Er ist ein Abfallprodukt bei der Herstellung von Reinbauxit, aus dem wiederum Aluminium gewonnen wird.

In dem betroffenen Gebiet gingen am Freitag die Aufräumarbeiten weiter. Nach der Säuberung der inneren Ortsteile beseitigten Einsatzkräfte und Helfer nun in den äußeren Teilen die Schlammrückstände, meldete die ungarische Nachrichtenagentur MTI. Die Soros-Stiftung des ungarischstämmigen US-Milliardärs George Soros gab bekannt, dass sie eine Million Dollar (719 000 Euro) für die Opfer der Umweltkatastrophe zur Verfügung stellen werde.

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Nach dem Unglück in Ungarn ist die Lauge das Problem

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