Ärzte Zeitung online, 11.10.2010

Rettung der Kumpel in Chile: Hubschrauber üben Nachtflüge

BERGWERK SAN JOSé (dpa). Die letzten Vorbereitungen für die Rettung der 33 verschütteten Kumpel in Chile sind in vollem Gange. In der Nacht machten an der Mine in der Atacama-Wüste auch Hubschrauber Übungsflüge für den Tag der Bergung.

Voraussichtlich ab Mittwoch sollen die Männer durch den Rettungsschacht in einer Stahlkapsel an die Oberfläche gezogen werden. Je vier von ihnen werden nach einer kurzen Begegnung mit ihren Angehörigen in ein Krankenhaus in der Stadt Copiapó geflogen.

Die Stabilisierung des Rettungsschachtes mit langen Stahlröhren soll noch diesen Montag abgeschlossen werden. Gesundheitsminister Jaime Mañalich kündigte an, dass bis zum Abend (Ortszeit) an der Oberfläche alle Vorbereitungen für die Rettung abgeschlossen sein sollen.

Da es jeweils eine Stunde dauern wird, einen Verschütteten aus der Tiefe hochzuziehen und die Kapsel dann wieder herabzulassen, wird die ganze Aktion knapp zwei Tage in Anspruch nehmen. Die Hubschrauber müssen deshalb auch nachts von einem Behelfshelioport starten und dort auch wieder landen können.

In 700 Metern Tiefe setzten auch die Eingeschlossenen ihre eigenen Vorbereitungen für den "Dia D", den Tag der Entscheidung, fort. Dazu gehörte auch ein Kurs, wie auf unangenehme Fragen von Journalisten zu reagieren ist. In einem solchen Fall sollten die Geretteten lieber nicht ärgerlich werden, sondern freundlich aber bestimmt antworten, dass dies nicht der Augenblick für eine solche Frage sei, berichtete die Zeitung "El Mercurio".

Für die Bergleute endet mit der bevorstehenden Rettung ein Drama in der Tiefe, das am 5. August begonnen hatte. Länger als zwei Wochen dauerte es, bis die Verschütteten nach dem Unglück entdeckt und dann über Schächte versorgt wurden. Es ist die längste und aufwendigste Rettungsaktion, die je im Bergbau vorgenommen wurde.

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