Ärzte Zeitung online, 11.10.2010

Nach Chemieunfall in Ungarn: Chef festgenommen

BUDAPEST (dpa). Nach dem Schlammunfall in Westungarn haben die Behörden den Generaldirektor der Ungarischen Aluminium-AG (MAL), Zoltan Bakonyi, festgenommen. Dies gab der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban am Montag im Parlament bekannt.

Vor einer Woche war das Abfallbecken der MAL im westungarischen Ajka geborsten. Fast eine Million Kubikmeter Bauxitschlamm waren bei der Umweltkatastrophe ausgelaufen und hatten mehrere Nachbardörfer überschwemmt. Sieben Menschen starben.

Wie Orban weiter ankündigte, wird der ungarische Staat die MAL in seinen Besitz bringen und selbst weiterführen. Das Unternehmen befindet sich im Besitz ungarischer Geschäftsleute, die bei der Privatisierung der Aluminiumindustrie in den 1990er Jahren dank ihrer politischen Beziehungen zum Zug gekommen waren. Der festgenommene Generaldirektor Bakonyi ist der Sohn von einem der Mitbesitzer.

Ein Gesetz zur Wiederverstaatlichung der MAL könnte schon am Montag im Parlament gebilligt werden. Orbans rechtskonservativer Bund Junger Demokraten (FIDESZ) verfügt in der Volksvertretung über eine selbst für Verfassungsänderungen ausreichende Zweidrittelmehrheit.

Topics
Schlagworte
Panorama (32613)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Herpes-Viren unter Alzheimerverdacht

Die Virus-Hypothese erhält neue Nahrung: Eine immunschwächende Aktivität der Herpesviren könnte Alzheimer befeuern, so eine Studie. mehr »

Das alles muss das Verarbeitungsverzeichnis enthalten

Zur Umsetzung der Datenschutzgrundverordnung müssen Arztpraxen ein "Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten" anlegen. Was darin alles aufgeführt werden muss, fassen zwei Medizinrechtler zusammen. mehr »

Übermüdete Teens oft adipös und hyperton

Sowohl zu kurzer als auch schlechter Schlaf erhöht bei Jugendlichen das kardiometabolische Risiko. In der bisher größten Studie zum Thema wirkten sich entsprechende Defizite negativ auf Taillenumfang, Blutdruck und Lipide aus. mehr »