Ärzte Zeitung online, 19.10.2010
 

Kultusminister: Bis zu 50 000 Studienanfänger zusätzlich an Unis

BERLIN (dpa). Die geplante Aussetzung der Wehrpflicht und damit auch des Zivildienstes ab dem kommenden Jahr hat nach Experten-Schätzungen massive Folgen für die Hochschulen. "Es könnte sein, dass die Hochschulen 2011 deshalb bis zu 50 000 zusätzliche Studenten aufnehmen müssen", sagte der Präsident der Kultusministerkonferenz (KMK), Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle.

Diese Zusatzbelastung kommt zu einem ungünstigen Zeitpunkt, weil der Run auf Studienplätze in den Jahren 2011 bis 2014 ohnehin schon seinen Höhepunkt erreichen wird. Die KMK habe daher einen Staatssekretärs-Ausschuss damit beauftragt, die Folgen der Wehrdienst-Aussetzung zu prüfen. "Möglicherweise ist eine Ausweitung des Hochschulpaktes nötig", sagte Spaenle dem "Handelsblatt" (Dienstagsausgabe).

"Für das kommende Jahr erwarten wir schon durch die doppelten Abiturjahrgänge in Bayern und Niedersachsen besonders viele Studienanfänger. Diese Situation wird sich mit Abschaffung der Wehrpflicht noch verschärfen", warnte die Präsidentin der Hochschulrektoren, Margret Wintermantel.

Die Hochschulen würden zwar alles daran setzen, dieser zusätzlichen Herausforderung gerecht zu werden, sagte sie dem "Handelsblatt". "Doch dazu brauchen sie die flexible Handhabung des Hochschulpakts. Es müssen also Mittel früher fließen als bisher vorgesehen."

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