Ärzte Zeitung online, 20.10.2010

Von Hagens will Leichen-Plastinate im Internet verkaufen

MÜNCHEN/HEIDELBERG (dpa). Der umstrittene Heidelberger Anatom Gunther von Hagens bietet seine Leichen-Plastinate demnächst auch im Internet an. In einem Rundschreiben an Körperspender, Kunden, Lieferanten und interessierte Freunde kündigt er die Eröffnung eines Onlineshops unter www.plastination-products.com für den 3. November an.

Von Hagens will Leichen-Plastinate im Internet verkaufen

Leichen-Plastinate von Gunther von Hagens gibt es jetzt in einem Online-Shop zu bestellen.

© stefan noebel-heise / imago

Das berichtete die "Süddeutsche Zeitung" (Mittwoch). Die Bestellung echter Leichen-Plastinate ist der Website zufolge nur qualifizierten Nutzern möglich, die in Forschung, Lehre oder auch als niedergelassener Arzt tätig sind. Alle anderen können Reproduktionen aus Anatomieglas bestellen. Plastination ist die wirklichkeitsgetreue Konservierung anatomischer Präparate.

Ein plastinierter Körper kostet nach Angaben der Zeitung in dem Shop 69 615 Euro, ein Torso ist für 56 644 Euro zu haben, ein Kopf für 22 015 Euro. 200 Mitarbeiter stellen von Hagens zufolge in seinem neuen Institut für Plastination in Guben (Brandenburg) die Präparate her.

Während Kritiker von Hagens als "Frankenstein-Künstler" und "Leichenfledderer" brandmarken, sieht der 65-Jährige sich dagegen im Dienste von Bildung und Aufklärung.

[21.10.2010, 19:22:19]
Edith Leisten 
Schande!
Das Formular, mit dem ich mich als "qualifizierter Nutzer" ausgeben kann, ist doch ein Witz! Und die frei erhältlichen "Lifestyle"-Produkte sind sowas von widerlich, z.B. Collier mit Bullenpenis-Scheiben...

Herr von Hagens, schämen Sie sich! zum Beitrag »
[21.10.2010, 07:48:08]
Dr. Karl-Dieter Schuldt 
Leichenhandel?
Widerlich!! zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Angst vor Stürzen sorgt für Verzicht auf Antikoagulans

Ein erhöhtes Sturzrisiko ist noch immer der häufigste Grund, auf eine orale Antikoagulation bei Vorhofflimmern zu verzichten. mehr »

"Mehr Geld für Kranke, weniger für Gesunde"

15:47Die Verteilungsregeln für den Finanzausgleich zwischen den Krankenkassen sollen deutlich verändert werden. Das hat ein Expertenkreis beim Bundesversicherungsamt jetzt vorgeschlagen. Die Meinung der Kassen ist geteilt. mehr »

Warum der Zuckersirup zum dicken Problem werden könnte

Seit Anfang Oktober gibt es in der EU keine Quotenregelung mehr für die aus Mais, Getreide oder Kartoffeln gewonnene Isoglukose. Experten befürchten eine Zunahme von Übergewicht und Diabetes. mehr »