Ärzte Zeitung, 26.10.2010

Deutsches Rotes Kreuz verstärkt Hilfe in Haiti

BERLIN (dpa). Nach dem Ausbruch der Cholera verstärkt das Deutsche Rote Kreuz (DRK) seine medizinische Hilfe in Haiti. Vor allem in der Hauptstadt Port-au-Prince sollen die Menschen unterstützt werden, um ein Übergreifen der Seuche auf die Hauptstadt zu verhindern, wie die Organisation am Dienstag in Berlin mitteilte.

Deutsches Rotes Kreuz verstärkt Hilfe in Haiti

Hilfe für Haiti: Auch das DRK baut seine medizinische Unterstützung vor Ort aus.

© dpa

Dort lebten nach dem verheerenden Erdbeben im Januar etwa eine Million Menschen in Zelten. Es gehe jetzt darum, den Ausbruch einer Cholera-Epidemie in den Lagern in Port-au-Prince zu verhindern, sagte Peer Kölling, der in Haiti den DRK-Hilfseinsatz koordiniert, laut der Mitteilung.

In einem DRK-Behandlungszentrum in der Hauptstadt könnten täglich bis zu 250 Patienten behandelt werden. Bis zum Montag waren mehr als 3100 Cholerafälle gezählt worden, 259 Menschen starben.

Die Cholera breitet sich nach Angaben der Vereinten Nationen langsamer aus als zunächst befürchtet. Gleichzeitig wird sie nach Meinung der Weltgesundheitsorganisation zu einer dauerhaften Bedrohung für Haiti, aber auch für die benachbarte Dominikanische Republik.

Ein UN-Sprecher bestätigte am Montag in New York einen Bericht der haitianischen Regierung, wonach sich die sanitäre Lage in dem Karibik-Land stabilisiere. "Die Zahl der neuen Fälle beginnt zu sinken", sagte der UN-Sprecher.

"Die Tendenz geht in Richtung Stabilisierung", sagte Gabriel Timothée vom Gesundheitsministerium, wie der Sender Radio Metropole am Montag berichtete.

"Wir können aber noch nicht sagen, ob wir den Höhepunkt überschritten haben." Inzwischen lassen die UN auch Klärbehälter einfliegen, um in dem Anfang Januar von einem Erdbeben zerstörten Land an vielen Stellen Wasser aufbereiten zu können. Zudem werden überall Notfallpläne gegen die Cholera umgesetzt.

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