Ärzte Zeitung online, 10.11.2010

Kinder mit Behinderung noch stark ausgegrenzt

BONN (dpa). In Deutschland haben Kinder und Jugendliche mit Behinderung beim Bildungsangebot noch häufig das Nachsehen. Während in Europa insgesamt im Schnitt 85 Prozent der Kinder mit sonderpädagogischem Bedarf in Regelschulen unterrichtet werden, sind es in Deutschland nur etwa 18 Prozent aller Kinder mit Behinderung.

Darauf wies die Deutsche Unesco-Kommission am Mittwoch in Bonn hin. Auch Kinder mit Migrationshintergrund besuchten in Deutschland überdurchschnittlich häufig Förderschulen, in denen sie oft keinen qualifizierenden Schulabschluss erwerben.

Seit 2009 gilt in Deutschland die UN-Behindertenrechtskonvention. Danach haben alle Kinder mit Behinderung das Recht auf gemeinsamen Unterricht in einer allgemeinen Schule.

Zur Umsetzung der sogenannten inklusiven Bildung tagte in Bonn jetzt erstmals ein von der Unesco-Kommission gegründeter Expertenkreis. "Viele Bundesländer müssen deutlich mehr tun, um inklusive Bildung zu ermöglichen", sagte dessen Vorsitzende Ute Erdsiek-Rave. Inklusive Bildung ist ein zentrales Anliegen der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur (Unesco).

Mitteilung der Unesco

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