Ärzte Zeitung online, 11.11.2010

Cholera in Haiti offenbar nicht zu stoppen

PORT-AU-PRINCE (dpa). Die Cholera fordert in Haiti immer mehr Opfer. Nach einem Bericht der haitianischen Journalistenorganisation AlterPresse vom Mittwochabend stieg die Zahl der Toten im ganzen Land auf über 650.

Mehr als 10 000 Infizierte seien seit dem Ausbruch der Seuche am 19. Oktober registriert worden, hieß es in dem Bericht, der sich auf jüngste Angaben des Gesundheitsministeriums beruft.

Die meisten Opfer gebe es im Department Artibonite, wo die Krankheit vor gut drei Wochen ausgebrochen war. Dort starben den Angaben zufolge 450 Menschen, über 7300 sind erkrankt. Die übrigen Opfer verteilen sich auf den Rest des Landes.

Im Randgebiet der Hauptstadt Port-au-Prince mit ihren über drei Millionen Einwohnern wurde bisher ein Cholera-Toter registriert. Allerdings stand die letzte Bestätigung für den Cholera-Erreger nach Angaben der Ärzte ohne Grenzen (MSF) noch aus. Gleichwohl gebe die Situation schon jetzt Anlass zu großer Sorge. In den Slums der Hauptstadt verfügen die Menschen weder über sauberes Wasser noch über Toiletten.

Port-au-Prince liegt seit einem schweren Erdbeben im Januar in Trümmern. Über eine Million Obdachlose leben nach wie vor in provisorischen Zeltlagern, in denen es aber sauberes Wasser und Toiletten gibt. Für mehrere hunderttausend Kinder, die dort und in den Armenvierteln leben, werde jetzt jedoch die Cholera-Gefahr immer größer, warnte Unicef am Mittwoch.

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