Ärzte Zeitung online, 11.11.2010
 

Software zum Personalausweis muss erneuert werden

BERLIN/BONN (dpa). Die zum neuen elektronischen Personalausweis gehörende Software muss wenige Tage nach ihrer Einführung schon erneuert werden. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) teilte am Mittwochabend mit, nach der Aufdeckung einer Schwachstelle werde in Kürze eine neue Version der sogenannten AusweisApp bereitgestellt.

Die Sicherheitslücke wurde von einem Mitglied der Piratenpartei aufgedeckt: Jan Schejbal wies am Dienstag auf eine fehlerhafte Umsetzung von Verschlüsselungsmechanismen in der Update-Funktion der Software hin. Dadurch ist es möglich, unter bestimmten Umständen bösartige Dateien auf die Festplatte eines PCs mit der AusweisApp abzulegen.

"Das BSI hat gemeinsam mit dem Hersteller der Software, der OpenLimit SignCubes AG, das Problem analysiert und konnte die theoretische Möglichkeit einer Infektion mit Schadsoftware nachvollziehen", erklärte die Behörde in Bonn. Bei einem derartigen Angriff werde die AusweisApp selbst weder angegriffen noch verfälscht. Auch beeinflusse dies nicht die Sicherheit des neuen Personalausweises.

Das BSI empfahl Nutzern der AusweisApp, nicht die Update-Funktion der Software zu verwenden, sondern das Programm nach Bereitstellung der angekündigten Version neu zu installieren. Danach werde es möglich sein, auch die Auto-Update-Funktion der AusweisApp wie vorgesehen zu verwenden. Die AusweisApp dient dazu, sich mit Hilfe des zum 1. November eingeführten neuen Personalausweises bei Unternehmen oder auch bei Behörden im Internet zu identifizieren.

Die Sicherheit und Einsatzfähigkeit des Personalausweises außerhalb des Internets sei nicht in Frage gestellt, sagte der Leiter des Hasso-Plattner-Instituts an der Universität Potsdam, Christoph Meinel, am Mittwoch dem RBB-Hörfunksender Antenne Brandenburg. Bei dem neuen Personalausweis und der dazugehörigen Software handle es sich um ein neuartiges und komplexes System. "Wichtig ist, dass jetzt sofort reagiert wird", sagte Meinel.

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