Ärzte Zeitung online, 16.11.2010

Bei vielen Verkehrsunfällen sind Medikamente mit im Spiel

BORDEAUX (dpa/eis). Gut drei Prozent der Verkehrsunfälle in Frankreich stehen mit verschreibungspflichtigen Medikamenten in Verbindung, hat eine Studie ergeben.

Wer sich nach der Einnahme einiger rezeptpflichtiger Arzneien ans Steuer setzt, hat ein deutlich erhöhtes Risiko, selbstverschuldet zu verunglücken, berichten die französische Forscherin Ludivine Orriols vom Institut de Santé Publique an der Universität Bordeaux und ihre Kollegen im Journal "PLoS Medicine" (Online vom 16. November).

In Frankreich sind nach den Studiendaten mehr als drei Prozent aller Verkehrsunfälle mit der Einnahme von verschreibungspflichtigen Medikamenten verbunden. Einige Mittel beeinträchtigten dabei die Verkehrstüchtigkeit deutlich.

Für die Studie werteten die Forscher Daten von mehr als 72 000 Unfällen aus den Jahren 2005 bis 2008 aus. Dabei wurde die Medikamenteneinahme der Unfallverursacher berücksichtigt. Insgesamt gibt es im Nachbarland vier Kategorien für Medikamente. Sie reichen von "null" (kein oder vernachlässigbares Risiko) bis "drei" (großes Risiko).

Zu den Medikamenten mit erhöhtem Unfallrisiko (Kategorie zwei und drei) gehören vor allem Insulin, Insulinanaloga und andere Antidiabetika sowie Antiepileptika, Antidepressiva, Anxiolytica und weitere Arzneimittel aus der Psychiatrie. Die Forscher empfehlen Ärzten und Apothekern, Patienten verstärkt über die möglichen Gefahren der Medikamente aufzuklären.

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