Ärzte Zeitung online, 15.12.2010

Radioaktive Lösung in der Asse verdoppelt

HANNOVER (dpa). Im einsturzgefährdeten Atommülllager Asse hat sich die Menge radioaktiver Flüssigkeit vor einer Lagerkammer unter Tage verdoppelt. Das teilte das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) am Dienstagabend im Internet mit.

Im Vergleich zum letzten Halbjahr werden jetzt acht statt vier Liter der radioaktiv belasteten Salzlösung pro Tag vor der Einlagerungskammer 8 aufgefangen. Darin liegen 11 278 Fässer mit schwach radioaktiven Abfällen.

Auch die Konzentration an radioaktivem Cäsium-137 in der Salzlösung sei gestiegen, berichtete das BfS. Die Lösung trete wahrscheinlich aus dem Deckgebirge zu und nehme auf ihrem Weg durch die Lagerkammer 8 Radionuklide auf. Das BfS vermutet, dass der gestiegene Zufluss durch die Kammer 8 im Zusammenhang mit der Füllung einer daneben liegenden Kammer steht, in der aber keine radioaktiven Abfälle entsorgt wurden.

Das ehemalige Salzbergwerk Asse bei Wolfenbüttel ist einsturzgefährdet, weil täglich Wasser von außen eindringt. Die Strahlenschutzbehörde will die insgesamt 126 000 eingelagerten Atommüllfasser herausholen - ein bislang einmaliges und schwieriges Vorhaben. Planungsarbeiten dafür haben bereits begonnen.

Bundesamt für Strahlenschutz

Topics
Schlagworte
Panorama (33262)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Grippe-Impfsaison noch lange nicht vorbei!

Kein Land Europas erreicht die Influenza-Impfziele der WHO. Jetzt vor der Grippewelle appellieren Experten daher an Ärzte, noch möglichst viele Patienten zu schützen. mehr »

Wenn Insulin zum fetten Problem wird

Schon leicht erhöhte Insulinspiegel können offenbar Adipositas sehr stark fördern. Forscher haben sich den Zusammenhang angeschaut und empfehlen Intervallfasten – mit einer Einschränkung. mehr »

Musiktherapie tut Krebskranken gut – zumindest kurzfristig

Ein Bericht für das IQWiG bescheinigt der Musiktherapie kurzfristigen Nutzen im Vergleich zur Routineversorgung bei Angst, Depression und Stress. Zur Bewertung von Langfrist-Effekten fehlen aber Daten. mehr »