Ärzte Zeitung online, 16.12.2010

Coffeeshops in Maastricht bleiben für Ausländer verboten

LUXEMBURG (dpa). Deutsche, Belgier und andere EU-Bürger bleiben vom Haschisch- und Marihuana-Verkauf in den Coffeeshops der niederländischen Stadt Maastricht ausgeschlossen. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschied am Donnerstag in Luxemburg, ein entsprechendes Ausländerverbot der Stadtverwaltung verstoße nicht gegen das Europarecht.

Coffeeshops in Maastricht bleiben für Ausländer verboten

Kiffen in Maastricht: Der Verkauf von Haschisch und Marihuana an Ausländer im niederländischen Dreiländereck bleibt auch weiterhin verboten.

© dpa

Die Zutrittsbeschränkung sei keine verbotene Diskriminierung von EU-Bürgern, sondern "durch das Ziel der Bekämpfung des Drogentourismus und der damit einhergehenden Belästigungen gerechtfertigt", urteilten die Richter.

Die Verwaltung der Stadt Maastricht, die im deutsch-belgisch-niederländischen Dreiländereck liegt, hatte das 2005 erlassene Verbot mit erheblichen Problemen des "Drogentourismus" begründet.

Täglich zögen die 14 Coffeeshops rund 10.000 Menschen an, jährlich etwa 3,9 Millionen. Davon kämen 70 Prozent aus dem benachbarten Ausland. Dies habe zu mehr Kriminalität und illegalen Drogenverkaufsplätzen geführt.

Der Besitzer des Ladens "Easy Going" hatte Klage erhoben, nachdem sein Shop wegen Verstoßes gegen die Verordnung geschlossen worden war. Er verkaufe in seinem Coffeeshop auch alkoholfreie Getränke und Esswaren. Es verstoße gegen das EU-Recht, wenn Ausländern verboten werde, solche Waren in seinem Laden zu kaufen.

Der EuGH folgte dieser Argumentation nicht. Die Bekämpfung des Drogentourismus sei ein Ziel, das auch eine Beschränkung von Grundfreiheiten wie der Dienstleistungsfreiheit rechtfertigen könne.

Das Ausländer-Verbot in Coffeeshops könne den Drogentourismus "in erheblicher Weise begrenzen". Zudem verwies das Gericht darauf, dass es in Maastricht noch etwa 500 andere Läden gebe, in denen alkoholfreie Getränke und Esswaren zu kaufen seien.

Az.: C-137/09

[17.12.2010, 13:16:45]
Dr. Mustafa Ayhan 
Dünger für den Nährboden der illegalen Szene!
Und was wird nun mit diesem Urteil erreicht?
Die ideale geographische Lage von Mastricht bleibt, und die Stadt ist immer noch am nähesten zu den Grenzländern, wodurch nur die illegale Szene weiter wachsen wird und Konsumenten die nur zum THC Konsum kommen dadurch automatisch auch viel eher mit anderen illegalen Substanzen konfrontiert werden, und vielleicht deswegen selbige auch teilweise probieren und umsteigen werden.
Wann wird man endlich begreifen das man das gewünschte Ziel mit Verboten eigendlich unerreichbarer macht statt es mit einer Entkriminalisierung unpopulärer zu gestalten?!
mfG.
Dr.med. Mustafa Ayhan zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Intensives Ausdauertraining bremst frühen Parkinson

Sport lohnt sich: Kommen Parkinsonkranke im frühen Stadium regelmäßig ins Schwitzen, bleiben ihre motorischen Fähigkeiten über mindestens ein halbes Jahr hinweg stabil. mehr »

Das erhöht die Organspendebereitschaft

Beauftragte an Kliniken für Transplantationen sollen von allen anderen Aufgaben entbunden werden – das verlangt die Deutsche Stiftung Organtransplantation. Neue Zahlen aus Bayern geben ihr Argumentationshilfe. mehr »

Krebsüberlebende nach Infarkt oft untertherapiert

Patienten mit Herzinfarkt, die eine Krebsdiagnose in ihrer Anamnese stehen haben, erhalten seltener eine leitliniengerechte Therapie. Das wirkt sich auch auf die Mortalität aus. mehr »