Ärzte Zeitung online, 22.12.2010

Institut in Göttingen: Keine Versuchsaffen aus dem Ausland

BERLIN (dpa). Das Deutsche Primatenzentrum in Göttingen ist bald nicht mehr auf Versuchsaffen aus dem Ausland angewiesen. Der Direktor der Forschungseinrichtung Stefan Treue hatte in einem Leserbrief in der Zeitschrift "Geo" angekündigt, die eigenen Zuchtanlagen mit fünf Millionen Euro zu erweitern.

Institut in Göttingen: Keine Versuchsaffen aus dem Ausland

Das Deutsche Primatenzentrum Göttingen ist bald nicht mehr auf Importe von Versuchs-Affen wie solchen Rhesusaffen aus dem Ausland angewiesen.

Foto: Deutsches Primatenzentrum

© dpa

Damit wolle er bessere ethische und wissenschaftliche Bedingungen für die Versuchstiere in der akademischen Grundlagenforschung schaffen.

"Je mehr wir über die Tiere wissen, desto weniger Tiere werden für die Versuche gebraucht", sagte er zur dpa. Außerdem könne man sich so sicher sein, dass nicht auch illegale Wildfänge als Zuchttiere getarnt nach Deutschland importiert werden.

Mit seinem Schreiben bezieht er sich auf eine "Geo"-Reportage im November, die aufgedeckt hatte, dass auch Forschungsinstitute vom illegalen Tierhandel betroffen sein könnten, wenn sie Versuchsaffen aus außereuropäischen Zuchten kauften.

Seinem Brief zufolge kann der Direktor bei Tierimporten seines Instituts momentan nicht ausschließen, "dass es irgendwo in der Kette der Zwischenhändler zu Wildfängen kommt". Auch in der pharmazeutischen Forschung sei dies nicht ausgeschlossen.

Um im illegalen Tierhandel die bestehenden Schlupflöcher zu schließen, schlägt Treue eine einheitliche EU-Zertifizierung für im außereuropäischen Ausland gezüchtete Primaten vor. "Mit einem Zertifikat könnte man beispielsweise ein Stammbuch für jedes Tier einführen, um dessen Herkunft zu verfolgen", sagte er der dpa.

Homepage des Deutschen Primatenzentrums Göttingen

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