Ärzte Zeitung online, 23.12.2010

Wohnungsgenossenschaften machen mobil gegen Hanfanbau im trauten Heim

AMSTERDAM (dpa). Hanf im Heim - Wohnung weg! Hunderte Niederländer sind in den vergangenen Jahren aus ihren Wohnungen gewiesen worden, weil sie dort Cannabis angepflanzt hatten. Immer härter gingen Wohnungsgenossenschaften gegen solche "Marihuana-Mieter" vor, berichtete die Zeitung "De Telegraaf".

Wohnungsgenossenschaften machen mobil gegen Hanfanbau im trauten Heim

Hanf ist in den Niederlanden als Zimmerpflanze unerwünscht - und kann ihren Besitzern die Mietwohnung kosten.

© nicky39 / fotolia.com

"Wer in unseren Wohnungen Hasch anbaut, spielt mit dem Feuer", sagte am Donnerstag ein Sprecher des Dachverbandes der Baugenossenschaften Aedes, der den Zeitungsbericht bestätigte. Danach wurden allein im vorigen Jahr 273 Mieter wegen Cannabispflanzen im trauten Heim auf die Straße gesetzt - elf Prozent mehr als 2008.

"Das mag ja alles für den persönlichen Bedarf gewesen sein, aber unsere Mietverträge sind eindeutig: Hanfanbau im Heim ist verboten", sagte der Aedes-Sprecher. Gerichte entschieden in solchen Fällen immer häufiger im Sinne der Vermieter, berichtete "De Telegraaf".

In den Niederlanden wird zwar seit Jahren das Haschischrauchen in sogenannten Coffeeshops sowie der Besitz von bis zu fünf Gramm Cannabis-Produkten offiziell geduldet. Behörden versuchen jedoch, die weltbekannte Haschkultur der Niederlande zurückzudrängen. So ist den Coffeeshops in einigen Provinzen des Königreichs inzwischen der Verkauf von Haschisch an Ausländer untersagt, um dem Drogentourismus die Basis zu entziehen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Bei Diabetikern wird der HbA1c-Wert nicht oft genug kontrolliert

Eigentlich sollten Ärzte mindestens zweimal im Jahr den HbA1c-Wert bei Typ-2-Diabetikern bestimmen. Bei jedem vierten Patienten messen sie ihn aber nur einmal oder gar nicht. mehr »

SPD will "Ende der Zwei-Klassen-Medizin"

14:10 Nach der knappen Abstimmung pro GroKo-Verhandlung geht es nun darum, die auf dem SPD-Parteitag angesprochenen "Nachbesserungen" in den Koalitionsvertrag reinzuverhandeln. KBV und Hartmannbund reagieren skeptisch. mehr »

Beunruhigend hohe Zahlen in der Altenpflege

Altenpflegekräfte fehlen fast doppelt so oft wegen psychischer Erkrankungen wie andere Beschäftigte, heißt es im länderübergreifenden Gesundheitsbericht für Berlin und Brandenburg. mehr »