Ärzte Zeitung online, 28.12.2010

Stuttgart-21-Demo: Verletzter wird nach Wasserwerfer-Einsatz fast blind bleiben

STUTTGART (dpa). Beim harten Polizeieinsatz gegen Stuttgart-21-Gegner am 30. September ist er vom Strahl eines Wasserwerfers an den Augen schwer verletzt worden (wir berichteten). Nun werde immer deutlicher, dass der 66-jährige Rentner Dietrich Wagner massive Schädigungen zurückbehält. Lediglich acht Prozent Sehfähigkeit auf einem Auge seien noch vorhanden, schreibt das Magazin "Stern". Das andere Auge sei völlig erblindet.

"Meine Autonomie ist weg, ich muss versorgt werden wie ein kleines Kind", sagte Wagner dem Blatt. Er könne nicht mehr Radfahren oder Lesen. Seine Lebensgefährtin helfe ihm bei täglichen Verrichtungen wie beim Rasieren und Anziehen.

Das Foto des aus den Augen blutenden Rentners ging um die Welt. Wagner bestritt, eine Mitverantwortung für seine Verletzungen zu haben. Er sagte dem Magazin, er habe damit gerechnet, durch den Strahl des Wasserwerfers nass zu werden oder "ein paar blauen Flecken" abzubekommen. Ein Polizeivideo hatte allerdings auch Szenen gezeigt, in denen Wagner die Polizei mit einem Gegenstand beworfen und sich mehrfach demonstrativ vor die Wasserwerfer gestellt haben soll.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Nicht immer geht's sofort zum Arzt

20- bis 50-jährige Patienten in Deutschland sind offenbar leidensfähig. Denn sie verschieben den Arztbesuch oft um Wochen oder Jahre, obwohl sie Beschwerden haben. mehr »

Extra-Vergütung für offene Sprechstunden

15:57 Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will Ärzte für offene Sprechstunden besser bezahlen. Die zusätzliche Vergütung soll es auch dann geben, wenn Ärzte Termine über die Terminservicestellen annähmen. mehr »

Bei Meniskusriss nicht vorschnell operieren

Ärzte sollten bei Meniskusrissen nicht gleich eine arthroskopische Operation einleiten. Oft kommen Betroffene auch mit Gymnastik und Physiotherapie zum Ziel. mehr »