Ärzte Zeitung online, 04.01.2011

Deutsche Knochenmarkspenderdatei zieht für 2010 zufriedenstellende Bilanz

KÖLN (iss). Die DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei kann auf ein erfolgreiches Jahr 2010 zurückblicken. Die Gesellschaft hat im vergangenen Jahr 4161 Patienten einen Stammzellspender vermittelt, verglichen mit 3578 im Jahr zuvor.

Deutsche Knochenmarkspenderdatei zieht für 2010 zufriedenstellende Bilanz

Typisierung bei der DKMS: Für die Organisation war 2010 offenbar ein erfolgreiches Jahr.

© Olaf Döring / imago

2010 haben sich 280 001 neue Spender in die weltweit größte Stammzellspenderdatei aufnehmen lasen. Sie umfasst jetzt 2,3 Millionen Menschen.

Nach Angaben von DKMS-Sprecherin Julia Runge wurden die meisten Neuspender über bundesweite Typisierungsaktionen und die Plakatkampagne der Gesellschaft erreicht. "Viele werden durch die Kampagne auf unsere Homepage geleitet und bestellen ein Typisierungs-Set", berichtet sie.

Auch die neuen sozialen Netzwerke wie "Facebook" oder "StudiVZ" gewinnen zunehmend an Bedeutung, so Runge. Seit ihrer Gründung hat die DKMS 23 761 Stammzellspenden ins In- und Ausland vermittelt.

Die positive Entwicklung der Spenderzahlen sei kein Grund, die Hände in den Schoß zu legen, sagt Stephan Schumacher, Direktor Spendenneugewinnung bei der DKMS.

"Auch wenn wir 2010 wieder viel erreicht haben, müssen wir noch mehr tun, denn der Kampf gegen Leukämie ist erst dann gewonnen, wenn wir für jeden suchenden Patienten einen passenden Spender gefunden haben." Nach Angaben der Gesellschaft findet immer noch jeder fünfte Leukämiepatient keinen passenden Spender.

Die Typisierung kostet 50 Euro. Für Menschen, die diesen Betrag nicht oder nicht ganz aufbringen können, sucht die DKMS Paten, die dann die Kosten übernehmen.

Das sind zum Teil Menschen, die aus Alters- oder Krankheitsgründen nicht selbst Knochenmark spenden können. "Bislang ist es uns immer gelungen, Paten zu finden", sagt Runge. Die DKMS werde auch von vielen Unternehmen und Krankenkassen unterstützt. Sie organisieren zum Teil Typisierungen während der Arbeitszeit und übernehmen die Kosten.

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