Ärzte Zeitung online, 14.01.2011

Zahl der Unwetter-Toten in Brasilien steigt

RIO DE JANEIRO (dpa). Bei den Überschwemmungen und Schlammlawinen im Umland der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro sind nach jüngsten Angaben der Behörden bislang über 500 Menschen ums Leben gekommen. Rettungskräfte bargen auch in der Nacht zum Freitag immer wieder Leichen aus den Erdmassen.

Am stärksten betroffen war die Stadt Nova Friburgo. Dort wurden 214 Tote gemeldet. In Teresópolis, rund 100 Kilometer von Rio entfernt, starben 208 Menschen. Aus der Umgebung der historischen Stadt Petropólis meldeten die Behörden 35 Tote.

Die gewaltigen Schlammmassen zerstörten viele Stadtviertel. Autos und Lastwagen wurden von den Schlammfluten mitgerissen. Tausende Menschen wurden obdachlos und mussten in Notunterkünften übernachten. Hunderte Rettungskräfte waren im Einsatz.

Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff sprach bei einem Besuch im Katastrophengebiet von einem "dramatischen Moment". Sie sicherte den betroffenen Städten schnelle Hilfe zu. Zuvor hatte sie bereits Soforthilfen in Höhe von 780 Millionen Reais (rund 356 Millionen Euro) in Aussicht gestellt.

Die Bergungsarbeiten wurden am Donnerstag durch anhaltende Regenfälle erschwert. In Nova Friburgo musste die Suche nach Überlebenden wegen der Gefahr neuer Erdrutsche zeitweise unterbrochen werden. Und die Meteorologen sagten weitere Regenfälle für Region voraus. Es wurde befürchtet, dass die Zahl der Opfer weiter steigt. Das Rote Kreuz sprach von chaotischen Zuständen.

In lokalen Medien war von der größten Naturkatastrophe seit mehr als 40 Jahren die Rede. Im Januar 1967 waren bei Überschwemmungen 300 Menschen getötet worden.

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