Ärzte Zeitung, 23.01.2011

Die Klassensprecher der neuen Vegetarierbewegung

BERLIN (dpa). Es gibt eine neue Generation von Vegetariern. Wer noch daran zweifelt: Bei der Lesung der beiden Bestsellerautoren Jonathan Safran Foer und Karen Duve in Berlin herrscht Andrang wie bei einem Popkonzert.

Die Klassensprecher der neuen Vegetarierbewegung

Vegetarier und Autoren: Jonathan Safran Foers und Karen Duve bei ihrer gemeinsamen Lesung im Postbahnhof Berlin.

© dpa

In einem Nebensaal ist eine Videoleinwand aufgebaut. Im Publikum sitzen viele Schüler und Studenten. Es ist ein nachdenklich stimmender und unterhaltsamer Abend, trotz des Themas, das nicht nur Vegetariern auf den Magen schlagen kann.

Beide Schriftsteller befassen sich in ihren Büchern mit den grausamen Seiten der Massentierhaltung, was durch den Dioxin-Skandal noch einmal an Aktualität gewonnen hat.

US-Autor Foer (33) plädiert dafür, Fleischverpackungen mit Warnhinweisen zu versehen, ähnlich wie bei Zigaretten. Darauf könnte stehen, dass die Tiere ihr Leben mit 60.000 anderen Tieren verbracht hätten, in einem fensterlosen Schuppen und mit Antibiotika von der Geburt bis zum Tod, so Foer am Donnerstag.

"99 Prozent des Fleisches in den USA stammen aus Massentierhaltung, in Deutschland sind es 95 Prozent." Er wundert sich, dass nach der harten Kritik in seinem Sachbuch "Tiere essen" keine Reaktion aus der Fleischindustrie kam.

Ein Freund hatte ihm wegen der mächtigen Lobby sogar zu einem Leibwächter geraten. Das Buch war für Foer ein schmerzhafter Prozess. Nun hat er wieder große Lust auf ausgedachte Geschichten.

Karen Duve (49, "Anständig essen") schrieb mit Selbstironie über ihren Selbstversuch mit verschiedenen Varianten von bewusster und fleischloser Ernährung.

Sie wurde damit zur viel interviewten Tierschützerin. "Es ist nicht mehr legitim, dass in diesem Ausmaß Fleisch gegessen wird", resümiert Duve, die in Brandenburg lebt.

Einer ihrer Vorschläge: Ähnlich wie beim Recycling ("Ich war eine Dose") sollte auf Packungen die Herkunft des Produktes zu lesen sein, "Ich war ein Huhn" oder "Ich war ein Schwein".

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[24.01.2011, 19:13:32]
Dr. Horst Grünwoldt 
Vegetarier und Veganer J.S.Foers und K.Duve
Die beiden "Klassensprecher" der Anti-Fleisch-Bewegung sind ganz und gar unglaubwürdig in ihren öffentlichen Aussagen und Druckwerken! Sie verbreiten darin völlig wirre und demagogische Halbwahrheiten. Die meisten Behauptungen entbehren jeder Tatsachenkunde und gründen sich auf die Wiederholung ideologischer Phrasen. Ihre Forderungen sind fast skandalös. Den Herrn Jonathan Safran Foer würde ich empfehlen, mal einen Algensalat mit drei Stück gegrillten Riesengarnelen und einem Glas Chardonnay zu probieren und die leckeren Krustentiere in Safran-Mayonnaise zu stippen. Ich würde Frau Duve am liebsten fragen, ob sie schon mal etwas von den Beri-Beri-Kindern in Afrika gehört hat? Und ob sie möchte, daß 80 Millionen Deutsche sich am größten Methan-Produzenten und Veganer im Tierreich -dem Gorilla - orientieren sollen. Schließlich ist ja der Schimpanse als Gemischt- und opportunistischer Fleischesser "unser nächster Verwandter" -zwar nicht kulturell, aber immerhin in der Stammes-Entwicklung des tierischen Großhirns-. Als gesundheitsbewußter Genußmensch und Veterinärmediziner möchte ich zur Erhaltung meiner Schaffenskraft auf das Frühstücksei und fleischliche Anteile in der alltäglichen Ernährung als eine zivilisatorische Errungenschaft unserer Gesellschaft der Nachkriegszeit nicht verzichten, schließlich habe ich nicht die Zeit und Muße für eine ausschließlich pflanzliche Verdauung wie o.g. Gorilla. Selbstverständlich ergänze ich meinen Fisch-, Fleisch- und Milchprodukte-Verzehr immer mit einer gehörigen Portion Grünzeug (Salat, Obst und Gemüse), um nicht -wie so viele "Sesselpupser" und Autofahrer in Amerika und Europa ohne angemessene vegetarische Anteile in der Nahrung - zuerst die Hämorrhoiden und a`- la -longe den Darmkrebs zu provozieren. Dr. med. vet. Horst Grünwoldt (Fachtierarzt für Human- und Veterinärhygiene) aus Rostock  zum Beitrag »

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