Ärzte Zeitung online, 04.02.2011

Unicef: Genitalverstümmelung bei Mädchen stoppen

KÖLN (dpa). Die UN-Kinderschutzorganisation Unicef hat im Kampf gegen die Genitalverstümmelung von Mädchen zu mehr Engagement aufgerufen.

Jedes Jahr seien Schätzungen zufolge drei Millionen Mädchen gefährdet, Opfer dieser brutalen Praxis zu werden, betonte Unicef zum Internationalen Tag gegen Mädchenbeschneidungen am Sonntag.

Eine neue Studie des Kinderhilfswerks zeige zwar einen langsamen Rückgang. Noch immer gelte die Beschneidung aber in vielen Ländern als Norm für Reinheit, Schönheit und Keuschheit.

Nach der Studie hat auch in Ländern, in denen Genitalverstümmelung noch stark verbreitet ist, ein Bewusstseinswandel eingesetzt, teilte Unicef am Freitag in Köln mit. So sank der Anteil der Befürworter unter den Müttern etwa in Ägypten, Äthiopien oder im Sudan deutlich.

Die Mädchen werden oft ohne Betäubung beschnitten, leiden ihr Leben lang unter schweren körperlichen und psychischen Problemen.

Die Praxis ist hauptsächlich in 28 Ländern Afrikas und im Jemen verbreitet, kommt aber auch in einigen asiatischen Staaten, im Nahen Osten sowie unter Einwandererfamilien in westlichen Ländern vor. Weltweit leben zwischen 70 und 140 Millionen beschnittene Frauen.

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