Ärzte Zeitung online, 08.02.2011

EU berät über Gentechnik in Futtermitteln

BRÜSSEL (dpa). Eine mögliche Aufweichung der EU-Vorschriften für gentechnisch veränderte Futtermittel sorgt für Kritik.

Anlass ist die Beratung des Ständigen Ausschusses für die Nahrungsmittelkette und Tiergesundheit der EU über den Wegfall oder die Beibehaltung der Null-Toleranz bei gentechnisch verändertem Futtermittel.

"Die Null-Toleranz ist ein ganz zentraler Punkt, wenn es darum geht, die Verbraucher vor unbekannten Risiken zu schützen", sagte der Europaabgeordnete Martin Häusling von den Grünen am Dienstag in Brüssel.

Die EU-Kommission möchte die Vorschriften für Gentechnik in Futtermitteln aufweichen. Dabei sollen in der EU nicht zugelassene Futtermittel künftig gentechnisch veränderte Organismen (GVO) bis zu einem Wert von 0,1 Prozent enthalten dürfen.

Über die Vorlage stimmen die 27 EU-Mitgliedsstaaten im zuständigen Ausschuss ab. Konkrete Ergebnisse werden bis zum Mittwoch erwartet.

Auch der BUND für Umwelt und Naturschutz Deutschland übte heftige Kritik. "Mit ihrem Pro-Gentechnik-Kurs gibt die EU-Kommission dem immensen Lobbydruck der Futtermittelindustrie und der USA als Hauptanbauland von Gentech-Pflanzen nach", erklärte Gentechnik-Expertin Heike Moldenhauer in Berlin.

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