Ärzte Zeitung online, 08.02.2011

Frühchen überlebt trotz 280 Gramm Geburtsgewicht

DORTMUND (dpa). Kaum schwerer als ein Päckchen Butter: In Dortmund hat ein Baby mit einem Geburtsgewicht von lediglich 280 Gramm überlebt.

Nach fast fünf Monaten Aufenthalt im Perinatalzentrum am Klinikum Dortmund konnten die Eltern das Mädchen nun mit nach Hause nehmen, wie das Klinikum am Dienstag mitteilte.

Mit diesem extrem niedrigen Gewicht zählt das Kind nach Angaben der Klinik zu den kleinsten überlebenden Frühgeborenen weltweit.

Das Kind war in der frühen 24. Schwangerschaftswoche mit einer Körperlänge von 22 Zentimetern zur Welt gekommen. Bei der Entlassung wog "Dortmunds kleinste Kämpferin" mehr als 2500 Gramm.

Es trinke seine Muttermilch mit großem Appetit und habe auch schon die ersten Impfungen gut überstanden, sagte der Direktor der Klinik für Kinder-und Jugendmedizin, Professor Dominik Schneider.

Das Baby erhält noch zusätzlichen Sauerstoff, kommt aber auch schon mehrere Stunden ohne aus. Das erste Wochenende zuhause sei gut gelaufen, sagte Schneider.

Wie sich das Kind weiter entwickeln wird, sei schwierig zu sagen, so Schneider weiter. "Das ist bei der Entlassung nicht absehbar." Er glaube, dass das Kind genauso gute Entwicklungschancen hat wie Frühgeborene mit einem Geburtsgewicht von 800 bis 1000 Gramm.

Häufig kommt es bei Frühgeborenen später zu Problemen wie etwa Aufmerksamkeitsstörungen in der Schule. In extremen Fällen können auch Lähmungen oder Krampfanfälle auftreten.

In Göttingen war 2009 ein Junge mit einem Geburtsgewicht von 275 Gramm auf die Welt gekommen und überlebte. Er stammt aus Thüringen und war nach Angaben seiner Ärzte damals der leichteste Junge der Welt. Nur drei Mädchen seien damals noch leichter gewesen.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Warum bei Dicken das Hirn hungert

Das Gehirn von schlanken und fettleibigen Personen reagiert unterschiedlich auf Energiezufuhr, so eine Studie. Und: Es gibt dabei eine Parallele zwischen Übergewicht und Depression. mehr »

Ärzte kritisieren AfD-Anfrage im Bundestag

Ärzte beschuldigen die Fraktion "Alternative für Deutschland" (AfD), mit zwei gesundheitsbezogenen parlamentarischen Anfragen gezielt Stimmung gegen Migranten zu machen. mehr »

"Je härter der Knoten, desto höher die Krebs-Wahrscheinlichkeit"

Schilddrüsenknoten werden immer häufiger diagnostiziert. Warum das so ist, welche Untersuchungen zur Abklärung nötig sind und welche Methode immer bedeutender wird, erläutert der Endokrinologe Prof. Matthias Schott. mehr »