Ärzte Zeitung online, 09.02.2011

Suleiman: Mubarak kommt nicht in deutsche Klinik

Seit vergangener Woche wird spekuliert, ob der ägyptische Staatspräsident Husni Mubarak für einen Klinikaufenthalt nach Deutschland kommen könnte. Erst war Heidelberg im Gespräch, dann Bühl. Nun lehnte sein Vize Omar Suleiman ab: "Mubarak bleibt in Ägypten".

Suleiman: Mubarak kommt nicht nach Deutschland

Über allen thront Mubarak: Vizepräsident Omar Suleiman (zweiter von rechts) während der Gespräche mit der Opposition.

© dpa

KAIRO (eb). Der ägyptische Staatspräsident Husni Mubarak wird nicht für einen Klinikaufenthalt nach Deutschland kommen. Entsprechenden Spekulationen der vergangenen Tage erteilte der Vizepräsident Omar Suleiman am Mittwoch eine Absage.

"Präsident Mubarak wird das Land nicht verlassen", sagte Suleiman in einem Interview mit der ägyptischen Zeitung al-Ahram (die Pyramiden). Mubarak werde seine Arbeit bis zum Ende seiner Amtszeit fortsetzen.

Der Staatspräsident "benötigt keine Behandlung in Deutschland", sagte Suleiman mit Blick auf entsprechende Spekulationen.

Suleiman: "Wir danken der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel, aber wir betrachten ihre Kommentare als Einmischung in innere Angelegenheiten."

Seit Samstag wurde spekuliert, dass Husni Mubarak für einen längeren medizinischen Aufenthalt in die Bundesrepublik kommen könnte.

Diese Option wäre geeignet, im einen "würdigen Abgang" zu ermöglichen und gleichzeitig den Weg für einen politischen Umbruch zu bereiten.

Die "New York Times" berichtete zunächst über solche Gedankenspiele zwischen US-Regierungsmitgliedern und dem ägyptischen Militär.

Als mögliches Ziel wurde die Uniklinik Heidelberg genannt. Der Staatspräsident weilte dort bereits vor knapp einem Jahr zu einem chirurgischen Eingriff.

Am Montag wurden schließlich Gerüchte bekannt, wonach bereits konkrete Gespräche mit der privaten "Max Grundig Klinik Bühlerhöhe" in Bühl bei Baden-Baden stattgefunden hätten.

Die Bundesregierung dementierte diese Berichte. Offizielle und inoffizielle habe es solche Anfragen weder von ägyptischer noch von amerikanischer Seite gegeben.

Weitere Informationen:
Interview mit dem ägyptischen Vizepräsidenten Omar Suleiman in al-Ahram (Original in arabisch)
Interview in rudimentärer englischer Übersetzung

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