Ärzte Zeitung online, 03.03.2011

Ärzte fordern Zugang in libysche Konfliktgebiete

BERLIN (dpa). Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen hat die Konfliktparteien in Libyen aufgefordert, humanitäre Helfer und Hilfsgüter in die umkämpften Gebiete des Landes zu lassen.

Ärzte fordern Zugang in libysche Konfliktgebiete

Ärzte behandeln einen Verletzten in der libyischen Stadt Brega: Die Organisation "Ärzte ohne Grenzen" fordert freien Zugang für ihr Hilfspersonal.

© dpa

Die Organisation hat nach eigenen Angaben vom Donnerstag Anfang März in der Stadt Bengasi den Hilfsappell eines Arztes in der Stadt Misurata erhalten, wo Berichten zufolge Kämpfe zu vielen Verletzen geführt haben.

Die Stadt sei, wie auch andere Regionen im Westen, bisher für Mitarbeiter von Hilfsorganisationen aus Sicherheitsgründen nicht zugänglich.

"Der Arzt bat uns um Medikamente und medizinisches Material für die Behandlung von Verwundeten", erklärte die medizinische Koordinatorin von Ärzte ohne Grenzen in Bengasi, Anne Châtelain.

"Aber wir können das Material nicht liefern. Bewaffnete Männer blockieren den Verkehr und sperren die Straße nach Misurata."

Weiteren Informationen zufolge würden viele Verletzte in Tripolis aus Angst vor Repressalien durch Milizen die Krankenhäuser meiden. "Ärzte behandeln die Verwundeten außerhalb des staatlichen Gesundheitssystems in Privathäusern", teilte die Notfallkoordinatorin von Ärzte ohne Grenzen, Rosa Crestani, mit.

In den Krankenhäusern in Bengasi seien vom 17. bis zum 21. Februar mehr als 1800 Verletzte behandelt worden, die während der Kämpfe verwundet worden seien.

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