Ärzte Zeitung online, 08.03.2011

Telemedizin hilft bei Appendektomie in der Antarktis

BREMERHAVEN (dpa). Mediziner des Krankenhauses in Bremerhaven haben per Satellit eine Operation in der Antarktis auf dem Forschungseisbrecher "Polarstern" unterstützt.

Telemedizin hilft bei Appendektomie in der Antarktis

Die Polarstern: Appendektomie an Bord mittel Telemedizin.

© dpa

Während einer Blinddarmoperation steuerten und überwachten die Ärzte die Narkose des Patienten. Die insgesamt dreistündige lebensrettende Operation sei problemlos gelaufen, sagte ein Sprecher des Krankenhauses am Montag.

Das Klinikum Reinkenheide unterstützt die Wissenschaftler des Bremerhavener Alfred-Wegener-Institutes für Polar- und Meeresforschung sowohl beim Einsatz der "Polarstern" als auch bei der medizinischen Versorgung der Antarktis-Station "Neumayer III".

Der medizinische Notfall ereignete sich auf der Fahrt der "Polarstern" von Argentinien in die Antarktis kurz vor Erreichen des eisigen Kontinents.

Für die Blinddarmoperation holte sich Bordärztin Ursula Stüwe die Unterstützung des Anästhesisten Michael Hauenschild im 17.000 Kilometer entfernten Krankenhaus.

Aus dem Krankenhaus können die medizinischen Geräte im Operationssaal der "Polarstern" per Satelliten-Datenleitung überwacht werden.

Zugleich waren die beiden Mediziner telefonisch miteinander verbunden, so dass der Bremerhavener Arzt seiner Kollegin in Antarktis Handlungsanweisungen für die Narkose geben konnte.

Per Helikopter war zuvor eine Krankenschwester der argentinischen Antarktis-Station auf die "Polarstern" gebracht worden. Sie unterstützte die Bord-Chirurgin bei der Operation.

Die telemedizinische Betreuung hatten "Polarstern"-Besatzung und Krankenhaus-Ärzte bereits mehrfach geprobt. Beim jetzigen ersten Ernstfall habe alles ohne Komplikationen funktioniert, sagte der Krankenhaus-Sprecher. Der Patient sei bereits wieder wohlauf.

In den Operationssälen des Krankenhauses und auf dem Forschungseisbrecher befinden sich die gleichen Monitore zum Überwachen der Narkose.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Verändern schon wenige Joints das Gehirn?

Bei Jugendlichen, die nur ein bis zwei Mal Cannabis geraucht haben, sind Hirnveränderungen entdeckt worden. Diese könnten eine Angststörung oder Sucht begünstigen. mehr »

Bessere TSVG-Regelungen in Sicht?

Die großen Brocken wie die Aufstockung der Mindestsprechstundenzahl will Gesundheitsminister Jens Spahn nicht anfassen. Eine Nummer kleiner können die Ärzte aber wohl mit Änderungen am TSVG rechnen. mehr »

Daran starb Karl der Große

Karl der Große führte Kriege quer über den Kontinent. Sein großes Reich erstreckte sich von der Elbe bis Spanien. Am Ende könnte eine Lungenentzündung den mächtigsten Mann des Mittelalters niedergestreckt haben, mehr »