Ärzte Zeitung online, 11.03.2011

Nach Beben in Japan: Kernkraftwerk Fukushima nur noch per Batterie gekühlt

BERLIN (dpa). Nach dem Erdbeben in Japan läuft das Notkühlsystem des Atomkraftwerks Fukushima nach japanischen Informationen nur noch im Batteriebetrieb. Die Batterien lieferten nur noch Energie für wenige Stunden, erklärte die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) in Köln unter Verweis auf japanische Angaben.

"Im allerschlimmsten Fall droht dann eine Kernschmelze", sagte GRS-Sprecher Sven Dokter. Was genau passieren könne, sei aber aufgrund der unklaren Lage noch nicht zu beurteilen. Die japanische Regierung ließ vorsichtshalber tausende Menschen aus der Region evakuieren.

Schon zuvor waren rund 2000 Anwohner aufgefordert worden, sich in Sicherheit zu bringen. Grund sei die Angst vor einem möglichen radioaktiven Leck, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Jiji Press unter Berufung auf lokale Behörden. Anwohner in einem Radius von zwei Kilometern um den Reaktor seien aufgerufen, ihre Häuser zu verlassen.

Brand in Kernkraftwerk - vorsorglich Atomalarm in Japan ausgerufen

Das gewaltige Erdbeben hat am Freitag einen Brand in einem Atomkraftwerk ausgelöst. In einem Turbinengebäude des Kraftwerks Onagawa in der Präfektur Miyagi brach ein Feuer aus, wie die Nachrichtenagentur Kyodo meldete. Es gebe laut Betreiber keine Anzeichen dafür, dass radioaktive Strahlung austrete.

Fünf Reaktoren in der am schwersten betroffenen Region im Nordosten der Hauptinsel Honshu wurden automatisch heruntergefahren. Der japanische Regierungschef Naoto Kan hat inzwischen Atomalarm ausgerufen. Der Regierungschef habe den atomaren Notfall deswegen ausgerufen, damit die Behörden leicht Notfallmaßnahmen ergreifen können, sagte Regierungssprecher Yukio Edano.

Lesen Sie dazu auch:
Erdbeben in Japan: Viele Tote, Tsunami-Warnung für 20 Länder, Brand in Kernkraftwerk
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