Ärzte Zeitung online, 11.03.2011

Atombehörde wegen Japan in Alarmbereitschaft - Tsunami-Wellen in Kalifornien

WIEN (dpa). Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA ist wegen der Lage im japanischen Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi in voller Alarmbereitschaft. Man sei weiterhin in Verbindung mit den japanischen Behörden und beobachte die Situation genau, teilte die UN-Behörde in Wien am Freitagabend mit. Kalifornien meldet unterdessen Tsunami-Schäden.

Japanische Behörden hätten die IAEA informiert, dass das Erdbeben die Stromversorgung von Fukushima-Daiichi gekappt habe. Die für die Notversorgung des Reaktor-Kühlsystems gedachten Diesel-Generatoren habe der anschließende Tsunami zerstört. Man bemühe sich momentan, diese zu reparieren. Die Behörden hätten für Fukushima-Daiichi den nuklearen Notfall ausgerufen. Bisher sei aber keine Radioaktivität ausgetreten, so die IAEA.

Der Chef der UN-Behörde, der Japaner Yukiya Amano, sagte zu der Lage: "Ich möchte den Bewohnern Japans, die unter diesem Erdbeben leiden, sowie der Regierung mein Beileid und meine Anteilnahme ausdrücken."

Tsunami-Schäden in Kalifornien - Boote zerstört

Nach dem schweren Beben in Japan haben Tsunami-Wellen am Freitag an der kalifornischen Küste Schäden angerichtet. Der nordkalifornische Ort Crescent City wurde von über zwei Meter hohen Wellen getroffen. "Über 30 Boote im Hafen wurden beschädigt, Anlegestellen sind zu Bruch gegangen", sagte Joe Young von der örtlichen Katastrophenbehörde zur dpa.

Mehr als 4000 Einwohner seien in der Nacht vorsichtshalber in Sicherheit gebracht worden. Nach einem Beben 1964 waren in Crescent City elf Menschen in einer Flutwelle ums Leben gekommen.

Auch im Hafen von Santa Cruz, südlich von San Francisco, gingen zahlreiche Boote zu Bruch. Die Flutwellen drückten Jachten in die Holzstege, Boote wurden losgerissen und trieben führerlos im Hafenbecken.

Tausende Schaulustige ignorierten Warnungen der Behörden und schauten sich das Naturspektakel entlang der Küste an. An einem Strand in Nordkalifornien wurden drei Männer von einer Welle ins Meer gerissen, berichtete der Radiosender KCBS. Zwei konnten sich an Land retten, einer wurde zunächst vermisst.

Für die gesamte Westküste der USA war schon in der Nacht eine Tsunami-Warnung herausgegeben worden. Einwohner in besonders gefährdeten Küstenabschnitten wurden aufgerufen, in höher gelegenen Regionen Schutz zu suchen. Einige Küstenstraßen, Strände und Häfen wurden vorsichtshalber gesperrt.

Der Tsunami hatte bereits zuvor die zu den USA gehörenden Hawaii-Inseln erreicht. So wurden nach Angaben des Senders CNN im Norden von Maui fast zwei Meter hohe Fluten gemessen. Nach ersten Berichten gab es dort aber keine größeren Schäden.

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