Ärzte Zeitung online, 12.03.2011

Gewaltige Explosion in japanischem Atomkraftwerk

TOKIO (dpa). In dem beschädigten Atomkraftwerk in Fukushima hat es eine gewaltige Explosion gegeben. Mit ungeheurer Wucht wurden dabei am Samstag große Teile der Anlage zerstört. Trümmer wurden in die Luft geschleudert. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie sich große Rauchwolken über der Anlage ausbreiteten.

Zum Ausmaß der Zerstörung gab es keine offiziellen Angaben. Unklar war auch, ob die Explosion mit einer möglichen Kernschmelze zusammenhing.

Ein japanischer Regierungssprecher sprach nach der Explosion von einer "vermutlich sehr ernsten Situation". Er rief die Bevölkerung auf, ruhig zu bleiben, meldete der Fernsehsender NHK. Nach Angaben des Greenpeace-Atomexperten Christoph von Lieven herrschte an der Unglücksstelle mäßiger Wind, der Richtung Meer zieht.

Unmittelbar vor der Explosion hatte es eine Erschütterung gegeben, wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo berichtete. Bei der Detonation seien vier Menschen verletzt worden, Lebensgefahr bestehe aber nicht, berichtete Kyodo weiter.

   Die Lage in dem Meiler hatte sich zuvor nach dem Ausfall des Kühlsystems dramatisch zugespitzt. In der Nähe des Atomkraftwerks sei bereits vor der Explosion radioaktives Cäsium festgestellt worden, berichtete die Nachrichtenagentur unter Berufung auf die Atomsicherheitskommission. Es sei möglich, dass in dem Reaktor eine Kernschmelze ablaufe.

Hamsterkäufe und Flucht in Japans Süden

Augenzeugen in Japan berichten von Hamsterkäufen. Einige Bürger seien bereits Richtung Süden aufgebrochen, um sich vor einer möglichen Atomkatastrophe im Nordosten des Landes in Sicherheit zu bringen.

Nissan und Honda stellen Produktion in Japan ein

Die beiden japanischen Autokonzerne Nissan und Honda stellen nach dem verheerenden Erdbeben und Tsunami in Japan die Produktion in sämtlichen heimischen Fabriken ein. Das berichtet die Nachrichtenagentur Kyodo.

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