Ärzte Zeitung online, 13.03.2011

Wind treibt Radioaktivität aufs Meer

OFFENBACH (dpa). Das Wetter scheint auch zu Beginn der neuen Woche auf der Seite Japans zu stehen: Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Sonntag mitteilte, zieht der Wind weiterhin aufs offene Meer hinaus und treibt die radioaktiv verseuchte Luft weg von den Menschen.

"Es gibt allerdings ein Problem in Form von aufziehenden Tiefdruckgebieten", warnt Meteorologe Christoph Hartmann. "Dadurch könne der Wind vorübergehend drehen, auch in Richtung Tokio."

In der Gegend um das betroffene Kernkraftwerk in Fukushima ist nach derzeitigen Prognosen am Dienstag mit länger andauerndem Regen zu rechnen. Dieser wäscht die etwaig vorhandene Radioaktivität aus der Atmosphäre. "Man kann nur hoffen, dass der Dreck dann über dem Ozean niedergeht - und nicht über einem Wohn- oder Waldgebiet", so Hartmann.

Problematisch werde es zudem, sollte der kaputte Meiler permanent Radioaktivität freisetzen. Der Meteorologe mag auch nicht ausschließen, dass die radioaktiv verseuchte Wolke in rund zwei Wochen Deutschland erreichen könnte. "Aber dann ist die Strahlung bereits derart verdünnt, dass keinerlei Gefahr mehr von ihr ausgehen würde."

Momentan ist es in Japan noch sonnig bei rund 10 Grad Celsius. Die Temperaturen sollen laut DWD zum Wochenbeginn jedoch fallen und im Norden tagsüber nur noch knapp über dem Gefrierpunkt liegen. Der Abkühlungsprozess bringt jedoch auch stärkeren Wind in Richtung Küste mit sich.

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