Ärzte Zeitung online, 21.03.2011

Japanische Atombehörde wirft Fukushima-Betreiber Schlamperei vor

TOKIO (dpa). Keine Entwarnung in Fukushima: Über zwei Blöcken des havarierten Atomkraftwerks ist am Montag erneut Rauch und Dampf aufgestiegen.

Zuerst qualmte es über Reaktorblock 3, später auch über Block 2, wie die Nachrichtenagentur Kyodo berichtete. Die Betreibergesellschaft Tepco zog ihre Arbeiter vom betroffenen Gelände vorübergehend ab.

Erst am späten Sonntag war es gelungen, die Schaltanlagen von Block 1 und 2 wieder an die Stromversorgung anzuschließen. So soll die Reaktorkühlung wieder hergestellt werden - allerdings ist unklar, ob die Kühlwasserpumpen überhaupt noch funktionieren.

Wasserwerfer beschossen die Abklingbecken von Block 3 und 4 am Montagmorgen stundenlang mit Meerwasser, um die ausgedienten Brennstäbe zu kühlen. In den Abklingbecken lagern die abgebrannten Elemente, bis ihre sogenannte Nachzerfallswärme weit genug zurückgeht - in der Regel dauert das mehrere Jahre. Ohne Kühlung heizen sich die alten Brennstäbe auf, können schließlich zerstört werden und Radioaktivität freisetzen.   

Schon vor dem verheerenden Erdbeben soll die Betreiberfirma Tepco im Atomkraftwerk Fukushima Eins geschlampt haben. Die japanische Atomsicherheitsbehörde NISA warf Tepco einige Tage vor der Katastrophe Mängel bei der Inspektion vor. Im Atomkraftwerk Fukushima 1seien insgesamt 33 Geräte und Maschinen nicht ordnungsgemäß überprüft worden. Ähnliche Mängel habe es auch in zwei weiteren Anlagen gegeben.

Zum Special "Katastrophe in Japan"

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