Ärzte Zeitung online, 01.04.2011

Zeitschrift über Pleiten in der Wissenschaft geehrt

MAINZ/ESSEN (dpa). "Erfolg hat viele Väter, Misserfolg ist ein Waisenkind", sagt das Sprichwort. Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft hält nun dagegen: Er zeichnet eine als einmalig bezeichnete Wissenschaftszeitschrift aus, die sich mit erfolglosen Forschungen und Versuchen befasst.

Das an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz herausgegebene "Journal of Unsolved Questions JUnQ" (zu Deutsch etwa: "Journal der ungelösten Fragen") zeige "auf sehr originelle Weise, dass das Scheitern zur Wissenschaft dazugehört", zitierte der Stifterverband am Freitag seine Jury.

Die spricht der von Doktoranden der Graduiertenschule "Materials Science" herausgegebenen Zeitschrift den Titel "Hochschulperle des Monats" zu.

"JUnQ" veröffentlicht Aufsätze über Forschungsprojekte, deren Versuchsaufbau nicht aufging und deren Daten keine Schlüsse zulassen. Die Zeitschrift berichtet auch über unvollendete Untersuchungen, die mehr Fragen aufwerfen als beantworten.

Solche Resultate würden zwar öffentlich nicht wahrgenommen und spielten auch in der Fachwelt keine Rolle, sie hätten aber "eine zentrale Bedeutung für den wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn", so der Stifterverband.

Denn jedem großen Forschungsergebnis gingen viele Untersuchungen voraus, deren Thesen sich nicht beweisen ließen.

Topics
Schlagworte
Panorama (32838)
Organisationen
Uni Mainz (370)
Personen
Johannes Gutenberg-Universität (67)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Debakel für ASS

Acetylsalicylsäure schützt Ältere nicht vor Herz-Kreislauferkrankungen - im Gegenteil: Ihr Sterberisiko ist erhöht. Mit diesem Ergebnis überrascht die ASPREE-Studie. mehr »

Junge sind besonders depressionsgefährdet

Der Alltag junger Menschen birgt hohe Risiken für Depressionen. Ärzte warnen: Die Gefahr der Chronifizierung ist groß. mehr »

Allergien machen Kindern zu schaffen

Allergien, psychische Störungen und Unfälle bleiben die häufigsten Risiken für chronische Krankheiten von Kindern. Vor allem Asthma, Heuschnupfen und Neurodermitis beeinträchtigen den Nachwuchs. mehr »