Ärzte Zeitung online, 08.04.2011

Massenkarambolage bei Rostock: Acht Tote, 131 Verletzte

KAVELSTORF/ROSTOCK (dpa). In einem Sandsturm sind am Freitag Dutzende von Fahrzeugen auf einer Autobahn in Mecklenburg-Vorpommern ineinandergerast. Acht Menschen kamen dabei ums Leben, 131 wurden verletzt, 44 mussten in Krankenhäusern behandelt werden.

Massenkarambolage: Fünf Tote und 40 Verletzte

Zehn Tote, dutzende Verletzte: Ein Sandsturm hat auf der A19 bei Rostock zu einer Massenkarambolage geführt.

© dpa

An dem Unfall auf der A19 nahe der Ortschaft Kavelstorf waren in beiden Fahrtrichtungen 40 bis 50 Fahrzeuge beteiligt, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Knapp 30 Fahrzeuge fingen dabei Feuer und brannten aus. Auch Lastwagen waren an dem Massenunfall beteiligt, darunter auch ein Gefahrguttransport. Am Samstagmorgen brannte noch immer ein Lastwagen

"Das ist der schlimmste Verkehrsunfall, den Mecklenburg-Vorpommern je erlebt hat", sagte Polizeisprecherin Yvonne Burand. Die Autos wurden ineinandergeschoben, sie müssten mit hoher Geschwindigkeit aufeinander gerast sein.

Ein Reporter der Nachrichtenagentur dpa sagte am Freitag: "Als ich die ausgebrannten Fahrzeuge gesehen habe, war mir klar, dass es viele Tote gegeben haben muss. Die Autos waren alle zusammengeschoben. Da ist keiner mehr rausgekommen." Zahlreiche Bergungsfahrzeuge und Einsatzwagen der Feuerwehr waren im Einsatz.

Die im beginnenden Wochenendverkehr stark befahrene Autobahn zwischen Rostock und Berlin wurde voll gesperrt. Weil deswegen die Nebenstrecken stark belastet waren, wurden auch Bergung und Transport der Verletzten erschwert.

Von den insesamt 131 Verletzten wurden 44 in Krankenhäusern der Umgebung behandelt. Zunächst war die Rede von knapp 140 Verletzten. Nach Angaben der Kliniken in Rostock, Güstrow und Bad Doberan erlitten sie vor allem Knochenbrüche, Prellungen, Stauchungen und Schädel-Hirn-Verletzungen.

"Wir haben Ärzte und Schwestern zurückgeholt, zusätzliche Betten vorbereitet", sagte der Ärztliche Direktor der Uniklinik Rostock, Professor Peter Schuff-Werner.

Ursache für den Massencrash war ein Sandsturm, der den Autofahrern plötzlich die Sicht nahm. Die Rede war von Sichtweiten teils unter zehn Metern. Die Autobahn war auch am Samstag noch gesperrt. Im Laufe des Tages soll zumindest die Fahrbahn in Richtung Berlin wieder freigegeben werden.

Die Reparatur der anderen Fahrbahn könne noch mehrere Tage dauern, sagte ein Polizeisprecher. Laut Autobahnmeisterei sei der Beton der Fahrbahn unter dem ausgebrannten Gefahrguttransporter bis zu fünf Zentimeter völlig zerstört, er sei „thermisch zersetzt.“

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