Ärzte Zeitung online, 18.04.2011

Studie: Kinder essen ohne Verbote weniger Ostereier

LONDON (dpa). Es ist ganz einfach, Streit über Ostern zu vermeiden: Dürfen Kinder so viele Schoko-Ostereier futtern, wie sie wollen, essen sie insgesamt weniger davon als wenn ihre Süßigkeiten-Lust eingeschränkt wird.

Studie: Kinder essen ohne Verbote weniger Ostereier

Ruhig naschen lassen - ohne Verbot hören Kinder oft von selbst auf.

© st-fotograf / fotolia.com

Das haben Wissenschaftler der Universität Surrey herausgefunden, wie die Britische Psychologische Gesellschaft mitteilte. Der Studie zufolge naschen Kinder, die freien Zugang zu Schokoeiern haben, anfangs zwar mehr als Altersgenossen, die nur feste Rationen von den Eltern bekommen. Am Ende der Ostertage haben die frei entscheidenden Kinder aber insgesamt weniger gegessen.

"Diese Ergebnisse weisen darauf hin, dass Essen, das die Eltern rationieren, attraktiver wird und insgesamt mehr gegessen wird", erklärte Forscherin Saima Ehsan. "Das könnte bedeuten, dass es bei der Entwicklung langfristig gesunder Essenmuster besser ist, Kindern mehr Selbstkontrolle über ihre Essensgewohnheiten zu geben."

Für die Studie bildeten die Forscher zwei Gruppen. 37 Kinder im Alter von 4 bis 11 Jahren und ihre Eltern machten mit.

Die Kinder in der ersten Gruppe bekamen nur nach dem Essen eine bestimmte Anzahl an Schokoeiern von den Eltern. Die übrige Zeit wurden die Süßigkeiten in einem Regal außerhalb der Reichweite der Kinder deponiert.

Für die Kinder der zweiten Gruppe waren die Eier jederzeit erreichbar, und sie konnten so viele essen, wie sie wollten.

Nach der Testphase wurden die Eltern befragt, außerdem wurde der Body-Mass-Index (BMI) der Kinder gemessen. Dabei stellte sich heraus, dass die selbstbestimmten Süßigkeiten-Esser insgesamt betrachtet weniger gefuttert hatten.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Jede achte Frau braucht nach der Geburt Antidepressiva

Etwa elf Prozent aller Frauen leiden im ersten Jahr nach der Geburt an Depressionen. Unter jungen Frauen im Alter von 15 bis 19 Jahren ist der Anteil fast doppelt so hoch. mehr »

Die Malaria-Gefahr wächst

Weltweit steigen Erkrankungszahlen an Malaria seit zwei Jahren wieder. Es trifft nicht nur Kinder in Entwicklungsländern, sondern auch Reisende aus Deutschland. mehr »

„Mütter sind die zentralen Ansprechpartner“

In dieser Woche werben Urologen für die HPV-Impfung. Vor allem bei Jungen besteht Nachholbedarf. Wie sie für eine Impfung gewonnen werden sollen, erklärt der Vorsitzende des Berufsverbandes Dr. Axel Schroeder. mehr »